ARTE
ARTE Di. 05.05.
Doku
Der Dokumentarfilm verfolgt anhand von Archivdokumenten unter anderem das Leben und Wirken der jungen Juristin Lilo Gloeden, geb. Kuznitzky, im Widerstand gegen das NS-Regime. ARTE F
Kriminalgericht Berlin-Moabit: Hier wird Hitler 1931 von dem jungen Anwalt vor Gericht gestellt. ARTE F
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten und mit steigender Zahl der Hinrichtungen gab es für Scharfrichter Johann Reichhart keine finanziellen Sorgen mehr; er erhielt erstmals ein festes Gehalt sowie zahlreiche Zulagen. ARTE F
Der junge Anwalt Hans Litten will in seinem neuen Fall beweisen, dass Hitler als Parteiführer für die durch die SA begangenen Übergriffe verantwortlich ist, indem er ihn am 8. Mai 1931 in den Zeugenstand beruft. ARTE F
Historiker Yves Ternon ARTE F
Historiker Christian Ingrao ARTE F
1931 hat im Berliner UFA-Palast der neue Film des Regisseurs Fritz Lang Premiere. "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" setzt metaphorisch die Rechtsauffassung der Nazis in Szene. ARTE F
Ein Richter beim Hitlergruß ARTE F
Anhand von zahlreichen Archivdokumenten beleuchtet der Dokumentarfilm die NS-Justiz von ihren Anfängen in der Weimarer Republik bis hin zur Verurteilung von NS-Juristen bei den Nürnberger Prozessen. ARTE F

Die NS-Justiz: Recht des Unrechts

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

  • F 2023
  • 103'
Dokumentarfilm Die Zerstörung der traditionellen Rechtsordnung gehört vermutlich zu den weniger bekannten und dennoch wesentlichen Zielen des NS-Staates. Es galt, durch die Unterwerfung des Justizapparates die Vorherrschaft der "Volksgemeinschaft" über die Einzelnen zu etablieren. Der Dokumentarfilm betrachtet die Werdegänge von vier Menschen, die aktiv mitwirkten oder zu Opfern wurden.

Inhalt

Die Zerstörung der traditionellen Rechtsordnung gehört vermutlich zu den weniger bekannten und dennoch wesentlichen Zielen der Nationalsozialisten. Als erbitterte Gegner des römischen Rechts, der Philosophie der Aufklärung und der von der Französischen Revolution getragenen Werte wollten sie ihre Vorstellungen von der Rolle der Justiz um jeden Preis durchsetzen. Die Etablierung einer starken nationalsozialistischen Rechtspflege wurde zur vorrangigen Aufgabe, bildete sie doch die Grundlage der "neuen Welt", die das Tausendjährige Reich hervorbringen sollte. Die Gleichschaltung der Justiz begann in Deutschland und zielte auf die Errichtung einer durch Blut- und Rassegesetze bestimmten Gesellschaft. Vor der Kulisse von Fritz Langs Film "M" erzählt der Dokumentarfilm die Geschichte der radikalen Umformung der Justiz. An vier Einzelschicksalen werden Triebkräfte und ideologische Hintergründe erforscht. Wie gelang es Hitler und seinen Gefolgsleuten, die Rechtsordnung derart auszuhöhlen und durch die schrittweise Unterwerfung des gesamten Justizapparates die Vorherrschaft der "Volksgemeinschaft" über das Individuum durchzusetzen? Neben dem Werdegang des bayerischen Scharfrichters Johann Reichhart, der über 3.000 Todesurteile vollstreckte , schildert die Dokumentation das Schicksal der Gerichtsreferendarin und Widerstandskämpferin Elisabeth Gloeden, des hochrangigen NS-Juristen und Polizeichefs Werner Best und des Rechtsanwalts und Nazi-Gegners Hans Litten. In der zwöfljährigen NS-Ära (1933-1945) verhängten Hitlers Gerichte etwa 16.000 Todesurteile, weitere 30.000 wurden von Militärgerichten ausgesprochen. Der Justizterror diente zunächst der Ausschaltung und Vernichtung des inneren Feindes und kündigte zugleich die kommenden Eroberungskriege und den Schrecken des Holocaust an. Die Zerstörung von Recht und Justiz endete 1946 mit den Nürnberger Prozessen und der Einführung neuer internationaler Regeln.

Sendungsinfos

Regie: Jean-Marie Barrère, Marie-Pierre Camus Untertitel, Hörfilm, Stereo
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