MDR
MDR Do. 02.07.

unicato

  • 60'
Film/Kino/TV

Inhalt

Der Wald ist weit mehr als eine bloße Ansammlung von Bäumen; er ist tief verwurzeltes Symbol unserer Kultur und lebendiger Mythos. Sein Dickicht gilt in vielen Erzählungen als Schwelle zwischen der geordneten Menschenwelt und der ungezähmten Wildnis, bevölkert von Göttern, Naturgeistern und gefährlichen Prüfungen. Diese mystische Bedeutung hallt bis heute in unseren Wahrnehmungen und Erzählungen vom Wald nach. Heute sind Wälder unverzichtbare Systemdienstleister. Sie regulieren unser Klima, schützen den Boden vor Erosion und liefern als nachwachsender Rohstoff die Grundlage für eine nachhaltige Wirtschaft. Doch ihr Zustand ist kritischer denn je. Gezeichnet von den Folgen des Klimawandels, von Dürreperioden und Schädlingsbefall, befindet sich das Ökosystem der Wälder in einer dramatischen Phase des Umbruchs. Mit einem thematischen Schwerpunkt stellt die ARD das fragile Ökosystem Wald im Juni und Juli in den redaktionellen Fokus. Auch das MDR-Kurzfilmmagazin "unicato" hat zu diesem Anlass eine Sendung kuratiert. In den Kurzfilmen der "unicato"-Sendung "Wald - Rohstoff und Mythos" widmen sich die Filmschaffenden geheimnisvollen Wesen, ökologischen Krisen und deren Folgen, sowie Wildtieren und wie diese zur Projektionsfläche menschlicher Ängste werden. Teile der Sendung mit Moderator Markus Kavka entstanden im Forstbotanischen Garten Eberswalde. Filme in der Sendung: "Radix" von Anne Breymann (Animationsfilm, DE, 2025, 4 min) Zwei geheimnisvolle Wesen treffen in der Krone eines Baumes aufeinander. In diesem wortlosen Film kommen sie sich physisch und emotional näher. Sie erlauben einander einen tiefen Einblick in ihr jeweiliges Innerstes - eine Reise, die metaphorisch bis zu ihren "Wurzeln" führt. "Les Rites de Passage" von Johannes Krell und Florian Fischer (Experimentalfilm, DE 2025, 14 min) "Les Rites de Passage" ist eine visuelle Reise über das Werden und Vergehen in der Natur. Der Film zeigt den Verfall von Fichtenwäldern durch den Borkenkäfer, versteinertes Holz aus Vulkanasche und prähistorische Ritualstätten. Er verknüpft ökologische Krisen mit mythologischen Perspektiven und hinterfragt die Rolle des Menschen im Kreislauf der Zeit. "Der andere Tag" von Timo Schierhorn (Experimentalfilm, DE 2023, 30 min) Der Kurzfilm "Der andere Tag" beobachtet mithilfe von Infrarot-Wildkameras das nächtliche Geschehen im Wald. Im Zentrum stehen Aufnahmen von Hirschen, die sich in der Dunkelheit bewegen, wobei ihre leuchtenden Augen und ihr Verhalten gegenüber der technischen Überwachung eine surreale Atmosphäre erzeugen. Ohne Dialoge wird dokumentiert, wie die Tiere den Raum jenseits menschlicher Anwesenheit nutzen und auf die installierten Kameras reagieren. "Papillon" von Francesca Bertin (Experimenteller Dokumentarfilm, DE/IT 2024, 18 min) Der Film erzählt von der Such nach dem Braunbären M49, bekannt als "Papillon", der im norditalienischen Trentino immer wieder aus Gehegen ausbricht. Er wird zur Projektionsfläche für menschliche Ängste und Sehnsüchte der Dorfbewohner - ein "Problembär", der gleichermaßen geliebt, gefürchtet und gejagt wird. Die Biologin Alice begibt sich auf seine Spur, während Nachtsichtkameras die letzten Momente seiner Freiheit festhalten. Gäste in der Sendung: Timo Schierhorn ist ein Hamburger Videokünstler und Filmemacher, der nach seinem Studium an der HFBK Hamburg durch die Verbindung von Experimentalfilm und Popkultur bekannt wurde. Er ist Mitbegründer des Kollektivs Auge Altona und prägte als Regisseur die visuelle Ästhetik von Bands wie Deichkind und Tocotronic. Neben preisgekrönten Kurzfilmen (u. a. "Nacht um Olympia") realisierte er zuletzt Projekte wie den Spielfilm "Hallo Spencer" und arbeitet regelmäßig für Theater- und Performance-Produktionen. Lars Fischer ist Kulturwissenschaftler und Experte für Landschaftskommunikation. Nach seinem Studium der Kulturwissenschaften, Literaturgeschichte und Philosophie gründete er 2004 gemeinsam mit Kenneth Anders das Büro für Landschaftskommunikation. In seiner Arbeit verbindet er ökologische Themen mit kulturellen Perspektiven, um das Verständnis für ländliche und genutzte Räume zu fördern. Fischer ist zudem Mitbegründer des Aufland Verlags, gehört zur Programmleitung des Oderbruchmuseums Altranft und engagiert sich in der Auswahlkommission des Filmfests Provinziale in Eberswalde. Francesca Bertin ist eine italienische Regisseurin und Künstlerin, die heute in Hamburg lebt und arbeitet. Ihre Arbeiten bewegen sich oft an der Schnittstelle zwischen Dokumentarfilm und Videokunst, wobei sie s

Themen


Wald: Der Wald ist weit mehr als eine bloße Ansammlung von Bäumen; er ist tief verwurzeltes Symbol unserer Kultur und lebendiger Mythos. Sein Dickicht gilt in vielen Erzählungen als Schwelle zwischen der geordneten Menschenwelt und der ungezähmten Wildnis, bevölkert von Göttern, Naturgeistern und gefährlichen Prüfungen. Diese mystische Bedeutung hallt bis heute in unseren Wahrnehmungen und Erzählungen vom Wald nach. Heute sind Wälder unverzichtbare Systemdienstleister. Sie regulieren unser Klima, schützen den Boden vor Erosion und liefern als nachwachsender Rohstoff die Grundlage für eine nachhaltige Wirtschaft. Doch ihr Zustand ist kritischer denn je. Gezeichnet von den Folgen des Klimawandels, von Dürreperioden und Schädlingsbefall, befindet sich das Ökosystem der Wälder in einer dramatischen Phase des Umbruchs. Mit einem thematischen Schwerpunkt stellt die ARD das fragile Ökosystem Wald im Juni und Juli in den redaktionellen Fokus. Auch das MDR-Kurzfilmmagazin "unicato" hat zu diesem Anlass eine Sendung kuratiert. In den Kurzfilmen der "unicato"-Sendung "Wald - Rohstoff und Mythos" widmen sich die Filmschaffenden geheimnisvollen Wesen, ökologischen Krisen und deren Folgen, sowie Wildtieren und wie diese zur Projektionsfläche menschlicher Ängste werden. Teile der Sendung mit Moderator Markus Kavka entstanden im Forstbotanischen Garten Eberswalde.

Wald: Der Wald ist weit mehr als eine bloße Ansammlung von Bäumen; er ist tief verwurzeltes Symbol unserer Kultur und lebendiger Mythos. Sein Dickicht gilt in vielen Erzählungen als Schwelle zwischen der geordneten Menschenwelt und der ungezähmten Wildnis, bevölkert von Göttern, Naturgeistern und gefährlichen Prüfungen. Diese mystische Bedeutung hallt bis heute in unseren Wahrnehmungen und Erzählungen vom Wald nach. Heute sind Wälder unverzichtbare Systemdienstleister. Sie regulieren unser Klima, schützen den Boden vor Erosion und liefern als nachwachsender Rohstoff die Grundlage für eine nachhaltige Wirtschaft. Doch ihr Zustand ist kritischer denn je. Gezeichnet von den Folgen des Klimawandels, von Dürreperioden und Schädlingsbefall, befindet sich das Ökosystem der Wälder in einer dramatischen Phase des Umbruchs. Mit einem thematischen Schwerpunkt stellt die ARD das fragile Ökosystem Wald im Juni und Juli in den redaktionellen Fokus. Auch das MDR-Kurzfilmmagazin "unicato" hat zu diesem Anlass eine Sendung kuratiert. In den Kurzfilmen der "unicato"-Sendung "Wald - Rohstoff und Mythos" widmen sich die Filmschaffenden geheimnisvollen Wesen, ökologischen Krisen und deren Folgen, sowie Wildtieren und wie diese zur Projektionsfläche menschlicher Ängste werden. Teile der Sendung mit Moderator Markus Kavka entstanden im Forstbotanischen Garten Eberswalde.

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