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Tischtennis forever - Weltmeister mit 90

  • 30'
Dokumentation Hans Nolte ist zweifacher Senioren-Europameister im Tischtennis. Aber jetzt hat er noch ein größeres Ziel: die Senioren-Weltmeisterschaft in Südkorea. Er hat Europa noch nie verlassen. Aber jetzt, mit 90 tut er es. Die Reise geht nach Gangneung in Korea. 17 Männer davon spielten in der Altersklasse Ü90, darunter die beiden Norddeutschen Hans Nolte aus Kirchweyhe und Horst Hedrich aus Bad Essen. Der Film begleitet die beiden 90-jährigen Spieler zu diesem Turnier - und erzählt gleichzeitig eine größere Geschichte: die Geschichte eines Sports, der gerade wieder entdeckt wird.

Inhalt

Wenn Hans Nolte einen zu hohen Ball serviert bekommt, zögert er nicht lange. Dann zieht er durch. Vorhand. Klack. Punkt. So hat er schon gespielt, als er jung war - offensiv, entschlossen, oft ein bisschen ungeduldig. Und genauso spielt er noch mit 90. Seine Schmetterbälle machen jedem Gegner Angst. In der Sporthalle von Kirchweyhe in Niedersachsen, unweit von Bremen, kennt jeder diesen Moment. Nolte steht leicht vornübergebeugt an der Platte, konzentriert, ruhig. Die Gegner sind oft sechzig oder siebzig Jahre jünger als er. Hans Nolte ist zweifacher Senioren-Europameister im Tischtennis. Aber jetzt hat er noch ein größeres Ziel: die Senioren-Weltmeisterschaft in Südkorea. Er hat Europa noch nie verlassen. Aber jetzt, mit 90 tut er es. Die Reise geht nach Gangneung in Korea, wo 2018 die olympischen Eiswettbewerbe stattgefunden haben. Rund 3.000 Athleten und Athletinnen über 45 Jahre sind im Juni in die koreanische Küstenstadt gereist, um ihre Weltmeister in verschiedenen Altersklassen zu ermitteln. 17 Männer davon spielten in der Altersklasse Ü90, darunter die beiden Norddeutschen Hans Nolte aus Kirchweyhe und Horst Hedrich aus Bad Essen. Der Film begleitet die beiden 90-jährigen Spieler zu diesem Turnier - und erzählt gleichzeitig eine größere Geschichte: die Geschichte eines Sports, der gerade wieder entdeckt wird. Tischtennis war lange ein unterschätzter Sport. Zu wenig Glamour, zu sehr Vereinsheim, zu wenig große Arena. Doch wer genauer hinsieht, erkennt schnell: Tischtennis hat Eigenschaften, die kaum eine andere Sportart vereint. Man braucht wenig Platz, kaum Ausrüstung, und vor allem: Es gibt kaum Verletzungsrisiko, man kann es ein Leben lang spielen, oder wie Horst Hedrich sagt: "Tischtennis is for life." Hans Nolte ist dafür das beste Beispiel. Geboren 1935, begann er in den fünfziger Jahren mit dem Sport. Damals war Konrad Adenauer Bundeskanzler und Deutschland gerade zum ersten Mal Weltmeister im Fußball geworden. Und in vielen Turnhallen standen einfache Tischtennisplatten. Seitdem hat Nolte den Schläger kaum noch aus der Hand gelegt. Heute trainiert er mehrmals pro Woche beim SV Kirchweyhe in Niedersachsen. Besonders gern spielt er mit Jugendlichen. Die Jungen profitieren von seiner Erfahrung, und Nolte profitiert von ihrer Energie. Wer mit 18-Jährigen trainiert, muss wach bleiben. Doch die Tischtennisplatte ist für ihn mehr als ein Ort des Wettkampfs. Vor einigen Jahren verlor Hans Nolte seine Frau. Der Sport, sagt er selbst, hat ihm geholfen, diese Zeit zu überstehen. Der Verein wurde zu einer Art zweiter Familie. Diese Begegnungen zwischen Generationen gehören zu den schönsten Momenten des Films. Hier wird sichtbar, was Tischtennis sein kann: ein Sport, der Menschen verbindet. Beim Ü90-Turnier von Gangneung zeigt sich schnell, dass Hans und Horst zu den stärkeren Spielern gehören. Aber im Halbfinale treffen die beiden jeweils auf einen Chinesen, auch im Senioren-Tischtennis die absolute Weltklasse. Immerhin einer der beiden nimmt diese Hürde, es kommt zu einem deutsch-chinesischen Showdown in Korea. Am Ende fließen Tränen in der riesigen Olympia-Halle von Gangneung. Weniger wegen des Ausgangs des Final-Matches, sondern weil Hans Nolte klar wird, dass er wohl zum letzten Mal hier mitgespielt hat. "Mit 92 habe ich keine Chance mehr. In meinem Alter wirkt jedes Jahr wie vier oder fünf wenn man jung ist."

Sendungsinfos

Von: Henning Rütten Redaktion: Tim Tonder, Matthias Cammann Untertitel, Stereo
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