NDR
NDR Mo. 24.08.
Doku
CanTwo und Jase posen vor ihrem Piece 1988. NDR/Fedor Wildhardt
Die Graffiti-Künstlerin Lilian aka REAM von der Altonaer Female Crew (AFC) beim Sprühen eines Pieces. Die Dokumentation "Wie Hamburg bunt wurde" erzählt von den Anfängen der Hamburger Graffiti-Szene. NDR/Daniel Nide
Die Graffiti-Künstlerin Lilian aka REAM von der Altonaer Female Crew (AFC) beim Sprühen eines Pieces. Die Dokumentation "Wie Hamburg bunt wurde" erzählt von den Anfängen der Hamburger Graffiti-Szene. NDR/Daniel Nide
Justus 1987 beim Sprühen seines Just S-Bahn-Panels im Yard Bergedorf. Um etwas höher zu sprühen, konnte man sich wie beim S-Bahn-Surfen auf den Vorsprung an der Bahn stellen und sich an der offenen Tür oder der Regenrinne festhalten. NDR/Michael Timm

Wie Hamburg bunt wurde: Die Entstehung der Graffitiszene

  • 30'
Dokumentation

Inhalt

Hamburg in den frühen 1980er-Jahren: graue Fassaden, verlassene Industrieareale. Mitten in dieser Stadt entsteht eine Bewegung, die alles verändert. "Wie Hamburg bunt wurde: Die Entstehung der Graffitiszene" erzählt die Geschichte der ersten Hamburger Hip-Hop- und Graffiti-Generation - roh, persönlich und voller Erinnerungen an eine Zeit zwischen Aufbruch, Gefahr und grenzenloser Kreativität. Die Dokumentation begleitet prägende Figuren der Szene zurück an die Orte ihrer Jugend: auf Kampnagel, in Tunnelanlagen, an Bahngleise und zu den legendären Treffpunkten am Jungfernstieg. Künstler*innen wie Mirko Reisser alias DAIM, SonnyTee, Davis One, Jennifer Kauka oder Lilian aka "Ream" erzählen von nächtlichen Aktionen, Adrenalinkicks, Rivalitäten und einer Gemeinschaft, die vielen Halt gegeben hat. Für manche wurde Graffiti zur Ersatzfamilie, für andere zum Lebensretter. Der Film zeigt, wie Hip-Hop aus New York nach Hamburg kam - durch Filme wie Wild Style, Beat Street und Style Wars - und hier eine ganz eigene Kultur entstehen ließ. Graffiti, Rap, Breakdance und DJing verschmolzen zu einem Lebensgefühl, das eine ganze Generation prägte. Was damals als Sachbeschädigung galt, entwickelte sich zu einer kulturellen Bewegung mit internationalem Einfluss. Dabei verschweigt die Dokumentation auch die Schattenseiten nicht: illegale Nachtaktionen, Polizeifahndung, hohe Strafen und tödliche Unfälle gehörten ebenso zur Realität der Szene wie Freundschaft und kreative Freiheit. Besonders eindringlich sind die Erinnerungen an die gefährlichen Aktionen auf fahrenden S-Bahnen und die Momente, in denen aus jugendlichem Leichtsinn bittere Realität wurde. "Du hast Graffiti gesprüht und alle fanden es scheiße. Nur deine Szene, nur deine kleine Gruppe, die fanden das gut", sagt Mirko Reisser im Film und Jennifer Kauka fügt hinzu: "Man ist nachts losgegangen, das ist einfach auch echt gefährlich gewesen." Gleichzeitig erzählt der Film von Anerkennung und Wandel: von der Verfolgung durch die SOKO Graffiti bis hin zu Ausstellungen, Büchern und großem Wiedersehen der Szene Jahrzehnte später. Aus den Jugendlichen von damals wurden Künstler*innen, Fotograf*innen, Musiker*innen und Kulturvermittler*innen. Gemeinsam rekonstruieren sie die Geschichte einer Bewegung, die Hamburg nachhaltig geprägt hat. "Wie Hamburg bunt wurde" ist mehr als eine Dokumentation über Graffiti. Es ist ein emotionales Porträt über Jugend, Zusammenhalt und die Kraft von Subkultur - und eine Liebeserklärung an eine Stadt, die durch Hip-Hop ihre Farben fand. Eine Produktion von NDR Kultur.

Sendungsinfos

Von: Gesa Berg Redaktion: Melanie Thun Untertitel
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