Die Zerstörung der traditionellen Rechtsordnung gehört vermutlich zu den weniger bekannten und dennoch wesentlichen Zielen der Nationalsozialisten. Als erbitterte Gegner des römischen Rechts, der Philosophie der Aufklärung und der von der Französischen Revolution getragenen Werte wollten sie ihre Vorstellungen von der Rolle der Justiz um jeden Preis durchsetzen. Die Etablierung einer starken nationalsozialistischen Rechtspflege wurde zur vorrangigen Aufgabe, bildete sie doch die Grundlage der "neuen Welt", die das Tausendjährige Reich hervorbringen sollte. Die Gleichschaltung der Justiz begann in Deutschland und zielte auf die Errichtung einer durch Blut- und Rassegesetze bestimmten Gesellschaft.
Vor der Kulisse von Fritz Langs Film "M" erzählt der Dokumentarfilm die Geschichte der radikalen Umformung der Justiz. An vier Einzelschicksalen werden Triebkräfte und ideologische Hintergründe erforscht. Wie gelang es Hitler und seinen Gefolgsleuten, die Rechtsordnung derart auszuhöhlen und durch die schrittweise Unterwerfung des gesamten Justizapparates die Vorherrschaft der "Volksgemeinschaft" über das Individuum durchzusetzen?
Neben dem Werdegang des bayerischen Scharfrichters Johann Reichhart, der über 3.000 Todesurteile vollstreckte , schildert die Dokumentation das Schicksal der Gerichtsreferendarin und Widerstandskämpferin Elisabeth Gloeden, des hochrangigen NS-Juristen und Polizeichefs Werner Best und des Rechtsanwalts und Nazi-Gegners Hans Litten.
In der zwöfljährigen NS-Ära (1933-1945) verhängten Hitlers Gerichte etwa 16.000 Todesurteile, weitere 30.000 wurden von Militärgerichten ausgesprochen. Der Justizterror diente zunächst der Ausschaltung und Vernichtung des inneren Feindes und kündigte zugleich die kommenden Eroberungskriege und den Schrecken des Holocaust an. Die Zerstörung von Recht und Justiz endete 1946 mit den Nürnberger Prozessen und der Einführung neuer internationaler Regeln.
(1): Chad Taylor und die dunkle Seite von Auckland
(2): Martinique: Im Land der Mangroven
(3): Taiwan: Mas Hühnchen mit Sesamöl
(4): Arras: Die unterirdische Stadt
Victor del Árbols gnadenlose Extremadura / Frankreich / Kairo
F 2026
45'
(1): Victor del Árbols gnadenlose Extremadura
(2): Frankreich: Von Schafen und Menschen
(3): Montenegro: Pashas Thunfischsteaks
(4): Kairo: Ein blutiger Empfang
Als ein ganz bestimmtes Automodell als Ersatz für einen Unfallwagen benötigt wird, führt die Suche einen alten Griesgram von Finnland nach Deutschland und zu Familienmitgliedern, die sich einander wieder anzunähern erst lernen müssen. Eine Lehre auch für den Griesgram und dessen erwachsene Söhne daheim. Warmherziger Familienfilm von Mika Kaurismäki über Landesgrenzen hinweg.
Mit Heikki Kinnunen, Rosalie Thomass, Kari Väänänen, Tiina Lymi, Mari Perankoski, Ville Tiihonen, Iikka Forss, Tom Chur, Samu Haber
Wenn in der Kimberley-Region die Trockenzeit endet, ziehen Wallabys an die Flüsse. Mit der Jirrbal-Phase entladen sich Hitze und Feuchtigkeit in Gewittern, während Kragenechsen um Paarung kämpfen. Dann bricht die Regenzeit an: Nach dem Regen schlüpfen junge Kragenechsen und bereichern das wiedererwachte Ökosystem.
Während der Koolawa-Phase wird das Watt an der Küste der Kimberley-Region zum wichtigen Rastplatz für Zugvögel. Doch während Schlammspringer ihre Paarungskämpfe austragen, lauert eine seltene Reptilienart auf Beute. In der kalten Trockenzeit ziehen Buckelwale in die Küstengewässer. Die Land- und Küstenwache sorgt dafür, dass diese sensiblen Lebensräume geschützt bleiben.
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
In Lettland hat das Parlament beschlossen, aus der sogenannten Istanbul-Konvention auszutreten, das ist das Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt. Dieser Entschluss löste eine sehr kontroverse Debatte in Lettland aus. Frauen, die Opfer von Gewalt wurden, protestieren, andere verteidigen die Entscheidung.
Missouri, 1868: Mit skrupellosen Methoden zwingt die Midlands-Eisenbahngesellschaft kleine Farmer zum Verkauf ihres Landes. Bei einer solchen Aktion stirbt die Mutter von Jesse und Frank James, worauf die Brüder unter großem Beifall Bank- und Zugüberfälle begehen. Bald landesweit bekannt, sehnt sich Jesse jedoch nach seinem alten Leben an der Seite seiner Familie.
Missouri, 1868: Jesse James und sein Bruder Frank verteidigen ihr Land gegen die Agenten der Midlands-Eisenbahngesellschaft, die alle kleinen Grundbesitzer zum Verkauf zwingen wollen. Als ihr Haus niedergebrannt wird und ihre Mutter dabei ums Leben kommt, töten sie einen Vertreter der Gesellschaft und begehen in der Folge Bank- und Eisenbahnüberfälle, um sich zu rächen. Auf die Ergreifung der Brüder wird eine hohe Belohnung ausgesetzt. Die James-Brüder sind ständig auf der Flucht. Jesses Versuch, mit seiner Frau Zerelda ein neues, gewaltloses Leben zu beginnen, scheitert, weil Zerelda das rastlose Umherziehen von einem Versteck zum anderen nicht mehr aushält. Je länger die Brüder Gesetzlose sind, desto einsamer wird es um sie. Als Jesse es am wenigsten erwartet, gerät er in einen tödlichen Verrat.
Mit Pathos, viel Gefühl und Humor inszenierte Henry King 1939 diesen effektvollen, frühen Technicolor-Western, der sich eher für die heroische Legende als die historische Wahrheit der James-Brüder interessiert. Die Rollen der Brüder wurden mit den größten Stars ihrer Zeit besetzt: Tyrone Power und Henry Fonda. Henry Kings Karriere in Hollywood überspannte fünf Jahrzehnte, von frühen Stummfilmen bis zu "Zärtlich ist die Nacht" Anfang der 1960er Jahre.
Unter den zahlreichen Filmen, die das Leben des Outlaws Jesse James und seiner Komplizen schildern, ging Henry Kings Version als die kanonische Erzählung der Legende in die Geschichte Hollywoods ein. Da der Film zu den bis dahin erfolgreichsten Filmen überhaupt zählte, ließ das Studio nur ein Jahr später eine Fortsetzung drehen, für die Fritz Lang als Regisseur engagiert wurde.
Mit Tyrone Power, Henry Fonda, Nancy Kelly, Randolph Scott, Henry Hull, Slim Summerville
New York, Ende der 70er Jahre: Der kleine Gangster Lefty Ruggiero arbeitet als Auftragskiller für die Mafiafamilie Bonanno. Als er den jungen Donnie Brasco kennenlernt, imponiert ihm vor allem dessen Unerschrockenheit. Doch er ahnt nicht, dass Donnie in Wirklichkeit Joe Pistone heißt und ein Agent des FBI ist, der einen Weg sucht, als verdeckter Ermittler in die Kreise der Mafia einzudringen. Lefty und Donnie freunden sich an, und es gelingt Lefty tatsächlich, die "Familie" zu überzeugen, Donnie aufzunehmen.
Je länger Joe Pistone als Donnie Brasco ermittelt, desto stärker verändert er sich, und Schritt für Schritt identifiziert er sich mit seiner Rolle in der Mafiafamilie. Seine eigene Frau und seine Kinder vernachlässigt er zusehends. Währenddessen wird seine Beziehung zu Lefty, der ihn wie ein Vater behandelt, immer enger und vertrauter. Doch die Mafiabosse lassen sich nicht auf Dauer täuschen. So finden sie bald heraus, dass es einen Verräter unter ihnen geben muss. Joe Pistone alias Donnie Brasco sieht sich zum Handeln gezwungen.
"Donnie Brasco" ist ein origineller Film mit einer brillanten Besetzung. Vor allem Al Pacino überzeugt als kleiner Mafioso, der es nicht schafft, in der Verbrecher-Hierarchie aufzusteigen. Der Film basiert lose auf der wahren Geschichte von Joseph D. Pistone, einem FBI-Undercover-Agenten, der in den 1970er Jahren unter dem Decknamen Donnie Brasco, als Juwelendieb aus Vero Beach, Florida, die Bonanno-Mafiafamilie in New York City infiltrierte.
Mit Al Pacino, Johnny Depp, Michael Madsen, Bruno Kirby, James Russo, Anne Heche
Hommage an die jüngst verstorbene Nathalie Baye: Ende der 1950er Jahre, während eines Sommers am Meer, verlieren zwei Schwestern ihre Sorglosigkeit angesichts der Ehekrise ihrer Eltern... - Diane Kurys Film (1989) mit erlesener Besetzung (Nathalie Baye, Richard Berry, Zabou Breitman u.a.) erzählt die Vorgeschichte ihres Debüts "Diabolo menthe" (1977).
Das Kulturmagazin des Senders ARTE wird täglich aus Paris gesendet. Aktuelle Themen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft stehen im Zentrum der Sendung und werden versiert unter die Lupe genommen.