Einem berühmten US-Showdirektor, einem vermeintlichen Eldorado in Kanada und einer Festung in den Pyrenäen ist das Glück nicht hold. Der Showdirektor P. T. Barnum kommt auf fragwürdige Weise zu Millionen, dann geht sein Besitz in Flammen auf. Eine Reihe von Goldsuchern findet in einem legendären Tal in Kanada ein grausiges Ende. Und gläubige Menschen opfern sich, um ihre Seelen zu retten. Viele Schauergeschichten und Legenden handeln von rätselhaften Phänomenen, die die Fantasie beflügeln. Die Dokumentation von ZDFinfo zeichnet die Geschichte dreier Mythen nach, welche viele Menschen staunen lassen. Das Kuriositätenkabinett und die Menagerie des Zirkuspioniers P. T. Barnum faszinieren im New York des 19. Jahrhunderts die Besucher. Mit dem Zurschaustellen und Ausbeuten von Menschen und Tieren verdient der Unternehmer Millionen. Doch sein Besitz wird wiederholt durch Brände vernichtet. Eine Art ausgleichende Gerechtigkeit? Trotz der Schauergeschichten und Warnungen in indigenen Sagen machen sich Goldsucher in ein bis dahin unberührtes Tal in Kanada auf, um das große Los zu ziehen. Dann wird einer nach dem anderen kopflos aufgefunden. Ist es das Werk dunkler Kräfte? Oder sind es die Taten gieriger Konkurrenten? Im mittelalterlichen Frankreich endet eine Gruppe von Katharern nach einem letzten Aufstand gegen die katholische Kirche auf dem Scheiterhaufen. Haben sie in der Bergfestung wirklich nur ihren Glauben verteidigt? Einer Legende nach waren sie die Hüter des Heiligen Grals. Sind sie für ihn in den Tod gegangen? Und ist der Ort seitdem verflucht? Die großen Flüche der Geschichte verbreiten Angst und Schrecken. Ob Gräber, Mumien, Bestien oder kostbare Schätze - den Legenden nach bringen sie Tod und Verderben.
Die legendäre Pharaonin Kleopatra ist eine der faszinierendsten und einflussreichsten Frauen der Geschichte. Aber wer war die wahre Kleopatra, die Frau hinter dem Mythos? Ihre Schönheit und ihr Ehrgeiz sind legendär. Angeblich setzt sie ihre Reize gekonnt ein, um sich an der Macht zu halten. Doch die Suche nach der Wahrheit um ihr Leben offenbart eine der vielleicht größten Lügen der Geschichte. Mätresse des Cäsar oder unbeugsame Herrscherin von Ägypten? Archäologin Kathleen Martinez ist der Wahrheit auf der Spur. Sie ist überzeugt: Viele der römischen Quellen sind reinste Propaganda. In Wahrheit sei Kleopatra viel mehr als die glamouröse Femme fatale, die von Hollywood verewigt wird. Eine kluge und gewiefte Herrscherin, die ihre Macht und ihren Einfluss durch geschickte Diplomatie und militärische Allianzen sichert. Doch wer war sie wirklich? Wie ist sie gestorben, und wo liegt sie begraben? Die mittlerweile verschollene Krypta der Kleopatra könnte Antworten liefern. Kathleen Martinez glaubt, kurz vor deren Entdeckung zu stehen, und vermutet die Grabstätte in einem bisher unerforschten Tempel in der Nähe von Alexandria: Taposiris Magna. Dortige Funde deuten auf eine Verbindung zum antiken Herrschergeschlecht der Ptolomäer, der Familie Kleopatras. Nur die Entdeckung der Mumie der großen Pharaonin könnte das Rätsel um die legendäre Königin lösen. Ihre Lebensgeschichte wird über zwei Jahrtausende von Künstlern, Geschichtsschreibern und Filmemachern dargestellt und romantisiert. Doch die Überlieferungen sind trügerisch. Porträts der Antike zeigen eine idealisierte Herrscherin, nicht die Wahrheit. Doch wie viel wissen wir wirklich über Kleopatras Leben, und wie sah die letzte Königin Ägyptens tatsächlich aus? Seit Jahrtausenden ziehen uns die großen Mythen der Menschheit in ihren Bann. Unerklärliche Phänomene, sagenumwobene Orte und übermenschliche Helden geben Rätsel auf und befeuern die Fantasie. Doch was, wenn die Legenden mehr sind als reine Fiktion?
Das Format bietet Einblicke in die Welt der Muslime in Deutschland. Von konservativ bis liberal, von politisch über kulturell bis religiös oder theologisch sind alle Lebenseinstellungen zu finden.
Wer wissen will, was außerhalb des Landes auf der politischen und gesellschaftlichen Bühne passiert, der ist hier richtig: Das Magazin liefert in ausführlichen und unterhaltsamen Beiträgen Antworten.
Die Angst vor Krieg und Krisen ist zurück. Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine sind Lebensmittelknappheit oder Stromausfall durch Cyberattacken zu realen Bedrohungsszenarien geworden. Hamsterkäufe, kein Mehl, kein Sonnenblumen- oder Rapsöl mehr in deutschen Supermarktregalen. Anbieter von Privatbunkern können sich vor Anfragen kaum retten. Ist Deutschland für einen, wie auch immer gearteten, Ernstfall gewappnet? Lucas Eiler und Sebastian Galle begeben sich auf die Spur des staatlichen Zivilschutzes. Wie ist Deutschland aufgestellt? Welche Krisenszenarien gibt es? Haben Bund und Länder genügend Vorkehrungen für den Fall getroffen, dass tatsächlich der Strom ausfällt, die Läden leer gekauft sind oder ein Cyberangriff die Infrastruktur lahmlegt? Die Recherche zeigt, dass es um den staatlichen Zivil- und Katastrophenschutz nicht gut bestellt ist. Die zuständige Behörde wurde heruntergespart, Bunkeranlagen zweckentfremdet und Sirenen eingemottet. Wolfram Geier vom Bundesamt für Bevo?lkerungsschutz und Katastrophenhilfe räumt ein: "Für einen klassischen Kriegsfall können wir momentan logischerweise gar nicht ganz aktuell gerüstet sein. Denn wenn jahrzehntelang Abbau betrieben worden ist von Strukturen, dann kann das nicht innerhalb von Tagen oder Wochen wieder hergestellt sein." Bundesinnenministerin Nancy Faeser dagegen beschwichtigt gegenüber "ZDFzoom": "Im Moment haben wir keine Krisenszenarien, wo wir sagen, das ist jetzt zwingend notwendig, davor zu warnen." In der Prepper-Szene traut man dem Staat ohnehin nicht zu, dass er seine Bürger und Bürgerinnen schützt. Man bereitet sich selbst mit Vorratshaltung und selbst gebauten Schutzbunkern auf den Ernstfall vor. In Gesprächen mit Experten und Verantwortlichen wird deutlich, dass das Wunschdenken der Vergangenheit, es möge nie wieder Krieg geben, heute nicht mehr passt. Deutschland muss dringend nachbessern, um im Ernstfall eine Krise oder gar Katastrophe mit möglichst geringem Schaden für Leben und Gesundheit der Menschen überstehen zu können. Mehr unter www.diespur.zdf.de
Es war ein brisantes Geheimnis: Honecker und Co. haben sich für den Ernstfall umfangreiche unterirdische Bunker bauen lassen. Der Film zeigt Anlagen, die erhalten geblieben sind. In der Schweiz wurden vor 1945 als Antwort auf die Bedrohung durch Nazideutschland mehr als 26.000 militärische Anlagen errichtet, sogenannte falsche Chalets.
Geheimes Russland - Die Unterwelten von Wladiwostok
D 2021
45'
Wladiwostok, russische Stadt am Pazifik, war Bollwerk der Zaren und Stellung der Sowjetunion. Ausgebaut mit Festungen und Bunkern zur Verteidigung gegen China, Japan, Korea und die USA. Die militärischen Bauwerke kamen nie zum Einsatz. Heute droht der Verfall. Doch die Geheimnisse im Untergrund sind noch immer interessant: Junge Leute aus der Stadt und engagierte Hobbyforscher erkunden auf eigene Faust die Geschichte ihrer Verteidigungsanlagen. "Beherrsche den Osten!" - so lautet die Übersetzung des Namens Wladiwostok. Der Name ist Programm: Mitte des 19. Jahrhunderts entsteht die Stadt aus einer Soldatensiedlung, die auf der strategisch günstigen Halbinsel liegt. Ursprünglich gehörte die Region zu China, die Bucht war von Fischern bewohnt. Nach der Gebietsabtretung an Russland wird in Wladiwostok ein Hafen gebaut und die entstehende Stadt nach und nach mit Festungen geschützt. Keiner anderen russischen Großstadt kam der Feind so nahe wie in Wladiwostok: Nur 100 Kilometer sind es bis nach China, 120 nach Nordkorea. 300 Kilometer übers Meer liegt Japan. Über die Hügel rund um die Stadt und die vorgelagerte Insel Russki mäandern Forts, Bunker und ein Netz von unterirdischen Verbindungsgängen. Von Anfang an wurden gigantische Mengen Geld und Beton in die kanonenstarrende Stadt gesteckt. Zwar erreichte kein Krieg je Wladiwostok, doch bewirkte jede große Schlacht eine bauliche Veränderung der Bastion am Pazifik. Ihre Betonschichten sind wie Jahresringe der Militärgeschichte. Heute sind die Festungen nur noch Ruinen. Sie dienen als spektakuläre Kulisse für Militärfans, die sonntags in den verlassenen Bunkern als "Amerikaner" gegen "Russen" zum Softballmatch antreten - hochgerüstet mit automatischen Softair-Waffen, Nachtsichtgeräten und Übungshandgranaten. Kriegsspiel hat Tradition in der Hafenstadt im Osten. Die Welt des Militärs gehörte immer schon dazu. Als Hauptquartier der Pazifikflotte war Wladiwostok zudem lange eine sogenannte geschlossene Stadt, abgeschottet vom Rest des Landes. Wladiwostok war stets für den Krieg gerüstet und kannte selbst nur den Frieden. Nach dem Zerfall der Sowjetunion hat sich die Stadt neu erfunden und zu einem wichtigen Wirtschaftszentrum entwickelt.
Im Zweiten Weltkrieg sollte die Industriestadt Samara Fluchtort für die Sowjet-Regierung werden. Es entstanden Bunkeranlagen, die bis heute nicht vollständig erforscht sind. Auch die Armeeführung, das diplomatische Korps und sogar das Bolschoi-Ballett sollten in der Ersatzhauptstadt unterkommen. Davon ist selbst in der Sowjetunion lange nichts bekannt gewesen. Samara wurde beim Angriff der deutschen Wehrmacht hastig als Ersatzhauptstadt für Moskau ausgebaut. Damals hieß die Stadt an der Wolga noch Kuibyschew. In aller Eile gruben Spezialisten des Moskauer Metrobaus weitläufige Bunkeranlagen in den Untergrund. So entstanden zahllose unterirdische Gebäude, deren genaue Lage und Struktur bis heute nicht komplett bekannt sind. Rund um die Stadt wurden Versorgungs- und Propagandaeinrichtungen errichtet. Moskauer Spezialisten bauten auch den damals reichweitenstärksten Radiosender der Welt. Ein eigens dafür ausgehöhlter Berg wurde von Gulag-Sträflingen zur Lebensmittelversorgung der Stadt und ihrer prominenten Bewohner in einen gigantischen Kühlschrank verwandelt. Er ist bis heute militärisches Sperrgebiet. Der Film begleitet den Hobbyforscher Petr Yacubson, der auf der Rückseite des "Kühlschrankes" ein Stollensystem erkundet. Er schafft es auch, mitten in der Stadt in die Kommandozentrale unter dem Militärhospital vorzudringen. Das Krankenhaus ist noch in Betrieb. Von dort wird der darunterliegende, verfallene Bunker noch immer mit Elektrizität versorgt. In der Anlage gab es einen eigenen Trakt mit Parkettboden und schick gefliestem Badezimmer für Stalins Tochter. Auch Dimitri, ein ehemaliger Elitesoldat, hat sich der Erkundung des Untergrundes von Samara verschrieben. Er ist auf Tauchgänge spezialisiert. Sie sind oft notwendig, denn große Teile der Bunkeranlagen stehen durch die unmittelbare Nähe zur Wolga unter Wasser. Dimitri ist risikofreudig: Trotz einer Beinprothese scheut er keine noch so gefährliche Expedition. Aus einem der Bunker wäre er beinahe nicht mehr lebend herausgekommen. Abschrecken lässt sich der ehemalige Soldat aber nicht - es gibt noch viel zu entdecken.
Relikte des Kalten Krieges - versteckt in den Wäldern Ostdeutschlands. Die Dokumentation begleitet Expertinnen und Experten bei ihrer Spurensuche in den Bunkeranlagen der ehemaligen DDR. Darunter ein Sperrgebiet der Sowjetarmee südlich von Berlin, unterirdische Anlagen für den Chef und die Mitarbeiter der Staatssicherheit und ein Atombunker, dessen Standort bis heute geheim ist. In Wünsdorf in Brandenburg verbirgt sich eine Geisterstadt. Teile des Ortes sind bis heute abgesperrt. Denn Wünsdorf war einst das Hauptquartier der sowjetischen Streitkräfte in der DDR. Zu der "verbotenen Stadt" gehört auch der Bunker "Zeppelin", ein ehemaliger Wehrmachtsbunker. Teile des Bauwerks nutzte die sowjetische Armee damals als Nachrichtenzentrale "Ranet". Von dort aus gingen die Befehle für alle in der DDR stationierten sowjetischen Soldaten und alle Meldungen nach Moskau. Die Dokumentation begleitet die Bunkerexpertin Sylvia Rademacher bei ihrem Abstieg in die geheime Unterwelt der Sowjets. An einem heute noch geheimen Ort sucht Stefan Büttner indessen nach Spuren von Atomwaffen. Der Geschichtsforscher vermutet, dass sich dort einst nukleare Sprengköpfe befanden. Wurden auf dem Gebiet der damaligen DDR sowjetische Atomwaffen gelagert? Während des Kalten Krieges machte die Angst vor einem Atomkrieg auch vor der politischen Führung der DDR nicht halt. In Biesenthal in Brandenburg zeugt davon noch der sogenannte Mielke-Bunker. Der Atombunker sollte dem Stasi-Chef im Kriegsfall als Führungsstelle dienen. Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen führt der Bunkerexperte Hans-Jürgen Herget durch die riesige unterirdische Anlage. Das Bauwerk erstreckt sich über zwei Etagen mit mehr als hundert Räumen. Für die Familien der politischen DDR-Elite waren in Wandlitz dagegen nur einfache Schutzräume vorgesehen. Wie der Staatsapparat im Ernstfall unter der Erde weiterarbeiten sollte, zeigt auch Jana Bleyl in Machern bei Leipzig. Die ehemalige Regimekritikerin will heute über die Geschichte des fast 4000 Quadratmeter großen Stasi-Bunkers aufklären. Die Einrichtung sowie die Nachrichten- und Abhörtechnik sind heute noch im Originalzustand erhalten. Die ZDFinfo-Dokumentation taucht ein in die geheimen Unterwelten der DDR und zeigt die noch vorhandenen Relikte des Kalten Krieges. Bunkerexperten und Historiker erklären ihre Funktion und welche Rolle sie im Ernstfall gespielt hätten.
Ein Gigant aus Beton: 1943 beginnt der Bau der U-Boot-Werft "Valentin" in Bremen-Farge. Es ist eines der größten Rüstungsprojekte der Kriegsmarine im Zweiten Weltkrieg. Im Bunker Valentin soll das neuartige U-Boot vom Typ XXI produziert werden und die erhoffte Wende im Seekrieg bringen. Mehr als 10.000 KZ-Häftlinge und Kriegsgefangene müssen für den Bau der bombensicheren Fabrik Zwangsarbeit leisten. Das U-Boot soll in der Bunkerwerft im Fließbandverfahren hergestellt werden. Die einzelnen U-Boot-Teile, sogenannte Sektionen, sollen aus Bremen, Hamburg und Danzig angeliefert und im Bunker montiert werden. "Der Bunker Valentin war ja kein Reparatur-Bunker", erklärt Historiker Prof. Sönke Neitzel, "sondern eine U-Boot-Werft zur Herstellung von U-Booten. Und das gab es nur da. Es ist die einzige überbunkerte U-Boot-Werft der Weltgeschichte." Tausende Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter müssen auf der Großbaustelle unter unmenschlichen Bedingungen schuften. Bei Hitze und Frost und ohne Schutzkleidung müssen sie körperlich schwere und gefährliche Arbeit verrichten. "Sie haben uns immer angeschrien: 'schnell, schnell, du verfluchter Hund'", erinnert sich Zeitzeuge Marian Hawling. Mehr als 1600 Menschen überleben die Tortur nicht und sterben an körperlicher Erschöpfung, Unterernährung oder durch die Willkür der Aufseher. Das gewaltige Relikt aus der NS-Zeit ist heute eine Gedenkstätte. Damit das Leid der Zwangsarbeiter im U-Boot-Bunker nicht in Vergessenheit gerät, klären Historikerinnen und Historiker vor Ort über die Geschichte des Bunkers auf. Sie organisieren Workshops, Führungen und Kulturveranstaltungen. "Ich finde es wichtig, dass wir uns mit diesem Ort auseinandersetzen, das sind wir den Opfern und ihren Angehörigen schuldig", sagt Historiker Dr. Marcus Meyer, und er betont, wie wichtig es sei, Erinnerungskultur und Freiheitsrechte zu bewahren. In der Dokumentation "Hitlers U-Boot-Fabrik - Bunker Valentin" beleuchten Historiker und Zeitzeugen die Geschichte des Bunkerbaus und die damit verbundenen Schicksale.
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges hofften viele Völker Osteuropas, die durch Russland, Deutschland und Österreich-Ungarn beherrscht waren, auf Freiheit und Eigenständigkeit. Aber die neue Friedensordnung sorgte für Chaos: Polen kämpfte gegen Russland, die Ukraine wurde von Russland und Polen besetzt, und im Baltikum tobten Kämpfe an vielen Fronten. Die Dokumentation zeigt, wie die Ereignisse vor hundert Jahren die politische Agenda bis zum heutigen Tag beherrschen.
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges stand neben dem Vertrag von Versailles auch ein anderer Ort für die Neuordnung der Welt: Sèvres, ein Pariser Vorort. Dort besiegelten die Siegermächte Frankreich, Großbritannien und die USA das Schicksal eines großen Imperiums: Das Osmanische Reich sollte für immer zerschlagen werden. Die Folgen sind bis heute unübersehbar: Der Nahe Osten brennt, wird von Krieg und Terror überzogen. Die Dokumentation zeigt die Fehler und ihre Auswirkungen auch hundert Jahre später auf.
Die Weimarer Republik war zweifellos ein Aufbruch in die Moderne, hatte aber zu viele Gegner, die die Uhr wieder in die Vergangenheit zurückstellen wollten. Die Mehrheit der Deutschen war noch nicht reif für eine Demokratie. Viele waren verbohrt in ihren Weltanschauungen. Die autoritäre Kaiserzeit und der Erste Weltkrieg hatten die Männer zu kriegerischen, gewaltsamen Lösungen erzogen. Sie waren nicht fähig zum in der Demokratie üblichen Ausgleich und Kompromiss. Ein Freund-Feind-Denken beherrschte die Köpfe und mündete in Saal- und Straßenschlachten. Ein Gefühl des ständigen Bürgerkriegs und einer ständigen Bedrohung durch den Gegner bedrückte die Menschen. Eine gespaltene Republik. Die Sehnsucht nach einer obrigkeitlichen Autorität war größer als das Bedürfnis, das politische Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Weimar war ein Scheitern in Raten. Die Mehrheit der Deutschen empfand den Versailler Vertrag als ungerecht und eine Schmach. Um es psychologisch zu sagen: Diese narzisstische Kränkung war zu groß. Eine höhere Akzeptanz wäre vielleicht durch ein wirtschaftliches Wohlergehen breiterer Bevölkerungsschichten zu erreichen gewesen, wie in Westdeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Weimarer Republik hat nie ihre Identität gefunden. Es gab höchstens "Vernunftrepublikaner". Irgendwann hat sie dann auch ihre Koordinaten verloren.
1924 bis 1929 kann die Weimarer Republik noch einmal Luft holen. Die Einführung der Rentenmark vertreibt das Gespenst der Inflation. Die Reparationen werden im Dawes-Plan gemindert. Die Wirtschaft floriert. Die Politik ist bei allen Anfeindungen der Republikgegner relativ stabil. Reichspräsident Ebert hält im Berliner Lustgarten eine Rede vor Ehrenformationen der Reichswehr. Er wirbt für Toleranz. 1925 kehrt Deutschland auf die internationale Bühne zurück. Außenminister Stresemann verhandelt in Locarno. In den Verträgen von Locarno schreiben Deutschland und die Alliierten die durch den Versailler Vertrag neu gezogenen Grenzen fest. 1926 wird Deutschland in den Völkerbund aufgenommen. Stresemann und der französische Außenminister Briand erhalten im gleichen Jahr den Friedensnobelpreis.
Die Phase der relativen Stabilität endet 1929 jäh mit dem Crash an der New Yorker Börse, der sich zur Weltwirtschaftskrise ausweitet. Amerikanische Kredite werden zurückgerufen. Es kommt zum Bankencrash. Schlangen aufgeregter Menschen sammeln sich vor den Banken und fordern die Auszahlung ihrer Ersparnisse. Die Wirtschaft bricht zusammen, die Arbeitslosigkeit steigt. In den Straßen wimmelt es von Menschen, die Arbeit suchen. Man könnte sagen, dass die Extremisten die Republik so lange sturmreif schossen, bis auch die Mehrheit der Deutschen für ein autoritäres Durchgreifen war und mehrheitlich die NSDAP und andere extremistische Parteien wählte. Die Weimarer Republik war zweifellos ein Aufbruch in die Moderne, hatte aber zu viele Gegner, die die Uhr wieder in die Vergangenheit zurückstellen wollten. Die Mehrheit der Deutschen war noch nicht reif für eine Demokratie. Viele waren verbohrt in ihren Weltanschauungen. Die autoritäre Kaiserzeit und der Erste Weltkrieg hatten die Männer zu kriegerischen, gewaltsamen Lösungen erzogen. Sie waren nicht fähig zum in der Demokratie üblichen Ausgleich und Kompromiss.
Es sind die Goldenen Zwanziger in Berlin. Tagsüber wird in großen Fabriken geschuftet, nachts in Bars und Varietés gefeiert und gezecht. Doch das Leben in der Stadt hat auch Schattenseiten. Filmbranche und Nachtleben boomen, aber auch das Verbrechen. Ein Mord im Luxushotel "Adlon" wenige Wochen nach Ausrufung der Weimarer Republik und eine falsche Zarentochter: Das sind nur zwei der Kriminalfälle, die die Berliner Polizei vor Rätsel stellen. Zwischen Vergangenheit und Moderne, gebeutelt von Wirtschaftskrise und Hyperinflation, ist Berlin eine zerrissene Stadt. "Sündenbabel Berlin" spiegelt die zum Bersten gespannte Stimmung der 1920er-Jahre wider - den Tatendrang der jungen Berliner Generation, aber auch den Druck der rasant wachsenden Metropole. So schwer sich die Deutschen noch mit der jungen Demokratie der Weimarer Republik tun, so ausgelassen stürzen sie sich in die neue Freiheit. In keiner anderen Metropole wird so ausgelassen gefeiert wie in Berlin. Alkohol, Kokain und Heroin stehen hoch im Kurs, Prostitution ist allgegenwärtig. Flucht aus dem harten Alltag finden die Berliner auch in der Traumfabrik: Das Kino feiert große Erfolge, deutsche Stars wie Marlene Dietrich und die Tänzerin Anita Berber werden Ikonen.
Umbruchstimmung in Berlin - die Goldenen Zwanziger sind vorbei. Blutige Straßenkämpfe erschüttern die Hauptstadt. Gleichzeitig sorgen Arbeitslosigkeit und Armut für mehr Verbrechen. Mit dem Kriminalisten Ernst Gennat an der Spitze gewinnt die Berliner Kripo Weltruhm: Revolutionierte Ermittlungsarbeit soll der Kriminalität ein Ende setzen. Als eine Frau in ihrer Wohnung in Berlin-Tempelhof tot aufgefunden wird, ist Gennats Scharfsinn gefragt. War es ein Unfall? Oder Mord? Die Verletzung am Kopf des Opfers deutet auf vorsätzlichen Totschlag hin. Dazu bemerken die Polizeibeamten, dass sich der Ehemann eigenartig verhält. Er sagt aus, es habe einen Einbruch gegeben. Doch die Mordkommission, die dank Gennats neuer Ermittlungstaktiken Tatortskizzen anfertigt, sieht keinerlei Spuren, die diese Aussage unterstützen. Was hat sich hier wirklich zugetragen? In dieser von politischen und kriminellen Machenschaften geprägten Zeit spielt die preußische Polizei eine immer wichtigere Rolle. Viele arbeitslose Berufssoldaten finden eine Anstellung bei der Polizei, die als sicherer Arbeitgeber gilt und sich als "Freund und Helfer" positioniert. Ein Organ, das den Staat repräsentiert - aber nicht mehr als Unterdrückungsmaschine. Die Realität sieht hingegen anders aus: In Berlin wird diese Idee von der aufgeheizten politischen Stimmung eingeholt. Es kommt immer öfter zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Kommunisten. Indes entwickelt sich eine weitere Kontrollinstanz: die Kampftruppe der NSDAP, die SA. Ihre Hauptaufgaben sind auf Geheiß von Joseph Goebbels Aufmärsche und gewalttätige Übergriffe auf politische Gegner. Ausschreitungen und Gewalt werden zum Normalzustand. Währenddessen ereignen sich auch immer mehr Kriminalfälle: Ein weiterer mysteriöser Mord beschäftigt die Polizei. Ohne heiße Spur, bis nach elf Jahren ein Verdächtiger auftaucht: Bruno Lüdke. Der junge, ehrgeizige Kommissar Heinrich Franz verhört ihn mit grausamen Methoden, bis er die Antwort hat, die er hören möchte. Aber kann Lüdke wirklich die mehr als 80 Morde begangen haben, die er im Verhör gesteht? Berlin in der Zwischenkriegszeit: Das Leben wird gefeiert. Doch Mordfälle und schwere Verbrechen verdunkeln das Bild der Goldenen Zwanziger, während die kriminalpolizeiliche Ermittlungsarbeit erst noch in den Anfängen steckt.
Börsencrash 1929: Die Welt gerät ins Wanken. Ein Wendepunkt in Berlin, der das Ende der Weimarer Republik einleitet. Ein Strudel der Gewalt entsteht, und Nationalsozialisten erstarken. Die NSDAP macht sich die Verunsicherung des Volkes zunutze und jüdische Personen zum Sündenbock. Im Berliner Polizeipräsidium geht indes eine Anfrage ein: Die Mordkommission um den Kriminalisten Ernst Gennat soll sich um einen Doppelmörder aus New York kümmern. Der unbekannte Mann soll in der US-Metropole zwei Menschen auf brutale Weise getötet haben. Er habe Verbindungen nach Deutschland - mitten ins Berliner Regierungsviertel. Im Schreiben des Chief Inspector ist vom Mörder als ehemaligen kaiserlichen Soldaten und Spion namens "3 X" die Rede sowie von einer Geheimorganisation namens "Roter Diamant". Während Gennat den Verbrechen im Verborgenen auf die Spur geht, eskaliert die Gewalt auf den Straßen Berlins. SA-Schlägertruppen heizen die Stimmung auf, und Adolf Hitler greift nach der Macht. Die Wirtschaftskrise nutzt den Nationalsozialisten, die mit Flugblättern 1930 gegen das "internationale Finanzjudentum" hetzen. Die bürgerliche Mittelschicht ist mit einem Mal bettelarm - die finanzielle Not der Menschen schlägt in Antisemitismus um. Als nicht einmal der Reichspräsident Paul von Hindenburg die Ordnung wiederherstellen kann, bahnt sich Adolf Hitler seinen Weg an die Spitze - mit flammenden Reden und Versprechungen. Trotz der Weltwirtschaftskrise erlebt die Deutsche Reichsbahn zu Beginn der 1930er-Jahre eine Blütezeit. Mehr als 50.000 Schienenkilometer führen durch das Land - über zehntausend Dampfloks befördern Passagiere und Güter. Für viele Reisende ist die Bahn die erste Wahl. An einem warmen Sommertag 1931 verlässt der Schnellzug "Berlin - Basel" wie jeden Samstag den Hauptbahnhof. Doch an diesem 8. August wird ein Anschlag auf den Zug verübt - er entgleist bei voller Fahrt. Nicht der einzige mysteriöse Anschlag dieser Art, der das Land in Atem hält. Wer steckt dahinter? Und ist die Tat politisch motiviert? Berlin in der Zwischenkriegszeit: Das Leben wird gefeiert. Doch Mordfälle und schwere Verbrechen verdunkeln das Bild der "Goldenen Zwanziger", während die kriminalpolizeiliche Ermittlungsarbeit erst noch in den Anfängen steckt.
Im Schatten der Türme - Der Krieg gegen den Terror
Vergeltung in Afghanistan
AUS 2021
45'
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 durch das Terrornetzwerk Al-Kaida wollen die USA und ihre Verbündeten Vergeltung. Sie beginnen einen Krieg in Afghanistan, der 20 Jahre dauern soll. Erste Erfolge wecken übermäßige Hoffnungen, das Land bald kontrollieren zu können. Doch es gelingt nicht, eine stabile Regierung aufzubauen oder zuverlässige Sicherheitskräfte auszubilden. Der Abzug der ausländischen Truppen 2021 besiegelt das Scheitern. Afghanistan wird von mächtigen Kriegsherren mit privaten Milizen beherrscht, ist von ethnischen und religiösen Spannungen zerrissen und durch die Opiumindustrie korrumpiert. Für die Invasoren ein unlösbares Rätsel. Taliban- und Al-Kaida-Führer, darunter Osama bin Laden, entziehen sich ihrem Zugriff. Als die Vereinigten Staaten nach der Invasion im Jahr 2003 im Irak "feststecken", gruppieren sich die Taliban neu, erobern immer mehr Territorium zurück und werden zu einer ständigen Bedrohung für die schwache afghanische Regierung. Nach dem Abzug der USA ist Afghanistan wieder fest in der Hand der Taliban und ein Zufluchtsort für Al-Kaida, den Islamischen Staat und eine Reihe anderer islamistischer Terrorgruppen. Die vierteilige Doku-Serie "Im Schatten der Türme" beleuchtet die Nachwirkungen der Anschläge vom 11. September 2001. Wie veränderte dieser Tag den Lauf der Geschichte, und wie erfolgreich war der "Krieg gegen den Terror" bisher?
Im Schatten der Türme - Der Krieg gegen den Terror
Mit Lügen in den Irak
AUS 2021
45'
Die USA sehen 9/11 als Rechtfertigung für den Versuch, den Nahen Osten neu zu gestalten. 2003 marschieren sie in den Irak ein, um Saddam Hussein zu stürzen. Doch die Invasion endet in Chaos. Das Regime und die irakische Armee werden von den USA und ihren Verbündeten außer Gefecht gesetzt. Das Machtgefüge im Land gerät ins Wanken, religiöse Milizen und terroristische Banden erstarken. Die Folge ist ein jahrelanger Guerillakrieg gegen die Besatzer. Die Tatsache, dass keine Massenvernichtungswaffen gefunden werden, untergräbt die Legitimierung des Krieges und das Ansehen der USA in der Region. Der Irakkrieg beweist die Sinnlosigkeit eines "Krieges gegen den Terror" und schafft die Voraussetzungen für ein weiteres Gedeihen des Terrorismus. Der große Gewinner des Krieges ist Amerikas regionaler Hauptfeind Iran. Die Islamische Republik nutzt die Kluft zwischen Schiiten und Sunniten aus und gewinnt immer mehr Einfluss im Nachbarland. Die vierteilige Doku-Serie "Im Schatten der Türme" beleuchtet die Nachwirkungen der Anschläge vom 11. September 2001. Wie veränderte dieser Tag den Lauf der Geschichte, und wie erfolgreich war der "Krieg gegen den Terror" bisher?
Im Schatten der Türme - Der Krieg gegen den Terror
Die schwarze Flagge des IS
AUS 2021
45'
2014 ziehen islamische Extremisten mit schwarzer Flagge durch Nordsyrien und den Irak. Sie zerschlagen die irakische Armee und rufen ein Kalifat aus. Es dauert Jahre, den IS zu vertreiben. Das Chaos im Irak und der Beginn des Bürgerkrieges in Syrien schafften das Umfeld, in dem sich der sogenannte Islamische Staat entwickeln konnte. Mit äußerst gewalttätigen Methoden wirbt der IS in den sozialen Medien für sich und zieht Zehntausende an. Die Bewegung erklärt, sie wolle korrupte Regierungen im gesamten Nahen Osten beseitigen und ein Kalifat errichten, in dem die Scharia herrschen würde. Die US-geführten Koalitionstruppen kehren 2014 in den Irak zurück, um den Vormarsch des Islamischen Staates auf die irakische Hauptstadt Bagdad zu stoppen. Erst 2017 wird der IS endgültig aus seiner Hochburg Mosul vertrieben und seine verbliebenen Kämpfer über die syrische Grenze zurückgedrängt. Schätzungsweise 10.000 IS-Kämpfer sind heute in überfüllten Gefängnissen inhaftiert, Zehntausende Frauen und Kinder werden in provisorischen Lagern festgehalten. Nur wenige Länder sind bereit, ihre Staatsangehörigen zurückzunehmen. Die vierteilige Doku-Serie "Im Schatten der Türme" beleuchtet die Nachwirkungen der Anschläge vom 11. September 2001. Wie veränderte dieser Tag den Lauf der Geschichte, und wie erfolgreich war der "Krieg gegen den Terror" bisher?
Im Schatten der Türme - Der Krieg gegen den Terror
Machtkampf im Nahen Osten
AUS 2021
45'
Der Einmarsch der USA und ihrer Verbündeten 2003 in den Irak verschiebt das Machtgefüge im Nahen Osten. Der Iran gewinnt an Einfluss, seine Rivalität mit Saudi-Arabien verschärft sich. Am deutlichsten zeigt sich dieser Konflikt, in dem die USA eine Schlüsselrolle spielen, im Jemen. Dort führen die beiden Länder einen blutigen Stellvertreterkrieg. Trotz des Versuches, das iranische Atomprogramm zu stoppen, bleibt die nukleare Gefahr bestehen. In weniger als zwei Jahrzehnten hat der Iran, der den schiitischen Zweig des Islam vertritt, einen riesigen Einflussbereich vom Irak über Syrien bis in den Libanon aufgebaut. Für Saudi-Arabien, das in Mekka und Medina die heiligsten Stätten des Islam beherbergt und den sunnitischen Islam vertritt, war der Aufstieg des Iran eine strategische Katastrophe. Das Land nutzt seinen Reichtum und die guten Beziehungen zu den Vereinigten Staaten und Großbritannien, um zu versuchen, den Iran aufzuhalten. Die USA unterstützen die saudische Herrscherfamilie trotz der Einschränkungen demokratischer Grundrechte im Königreich. Der Iran hingegen war in den letzten 40 Jahren Amerikas größter Feind im Nahen Osten. Durch ihren "Krieg gegen den Terror" und dessen Folgen haben sie ihn gestärkt und dem Nahen Osten Instabilität und Chaos gebracht. Die vierteilige Doku-Serie "Im Schatten der Türme" beleuchtet die Nachwirkungen der Anschläge vom 11. September 2001. Wie veränderte dieser Tag den Lauf der Geschichte, und wie erfolgreich war der "Krieg gegen den Terror" bisher?
Die Terroranschläge von 9/11 veränderten die Welt. Die Dokumentation zeichnet nach, wie der "Krieg gegen den Terror" noch heute nachwirkt - und wie Menschen mit den Folgen fertigwerden. Gab es nach dem Fall der Mauer 1989 eine Hoffnung darauf, dass sich Demokratie und Freiheit universell durchsetzen, so haben der 11. September 2001 und sein langer Schatten diese Hoffnung zerstört. Krisen, Überwachung und Hass im Netz prägen das 21. Jahrhundert. Die erste Folge der Reihe zeigt, wie sich nach 9/11 Feindbilder verbreiten und verfestigen - von der "Hamburger Zelle" über rassistische Gewalt in den USA bis hin zum viralen Erfolg von Verschwörungstheorien, die weltweit zunehmen. Nach dem Schock der Anschläge wächst in den USA der Ruf nach Vergeltung. Der "War on Terror" beginnt. Sicherheitsgesetze werden verschärft, Überwachung und Kontrolle ausgeweitet. Zugleich trifft der Verdacht viele Menschen, die mit den Tätern nichts zu tun haben. Der aus Bangladesch stammende Einwanderer Rais Bhuiyan wird in Dallas aus nächster Nähe angeschossen - von einem Rechtsradikalen, der seine Tat als Rache für 9/11 versteht. Doch nach seiner Genesung beschließt das Opfer, sich für den Täter einzusetzen, gegen den die Todesstrafe verhängt wurde. Während die USA nach den Anschlägen nach Antworten suchen und um die richtige Reaktion ringen, formiert sich parallel im Internet Misstrauen gegenüber offiziellen Erklärungen. Der junge Filmemacher Dylan Avery beginnt, mit seinem besten Freund Korey Rowe "Loose Change" zu produzieren - einen Film, der sich rasant verbreitet und 9/11-Verschwörungserzählungen weltweit populär macht. Wie blicken sie heute auf die Auswirkungen des Films? In allen drei Folgen beleuchtet die Reihe, wie 9/11 unsere Welt seit 25 Jahren prägt. Die Geschichten der Protagonistinnen und Protagonisten in den USA und Deutschland werden teils unter Einsatz künstlicher Intelligenz im Stil von Graphic Novels rekonstruiert. Dazu ordnen Expertinnen und Experten die historischen Entwicklungen analytisch ein.
Die Terroranschläge von 9/11 veränderten die Welt. Die Dokumentation zeichnet nach, wie der "Krieg gegen den Terror" noch heute nachwirkt - und wie Menschen mit den Folgen fertigwerden. Was passiert, wenn ein Land im Namen seiner Sicherheit den Rechtsstaat einschränkt? Auf der Jagd nach den Hintermännern der Anschläge von 2001 setzen die USA durch Rechtsverstöße und Folter ihre Glaubwürdigkeit aufs Spiel. Mit weitreichenden Folgen. Die zweite Folge der Reihe zeigt, wie die US-amerikanischen Geheimdienste nach 9/11 den hohen Stellenwert bekamen, den sie aktuell haben, und wie die heute in vielen Krisen eingesetzten Drohnen in Folge der Anschläge erstmals eingesetzt wurden. Entwicklungen, die auch in den USA selbst kritisch gesehen werden. Der CIA-Agent John Kiriakou leitet in Pakistan die Jagd nach einem hochrangigen Mitglied von Al-Kaida und koordiniert dessen Verhaftung - einer der ersten großen Erfolge im "War on Terror". Als Kiriakou 2007 öffentlich bestätigt, dass die CIA systematisch folterte, wird er selbst verfolgt: Er ist der einzige CIA-Mitarbeiter, der wegen des Folterprogramms ins Gefängnis musste - obwohl er nach eigener Aussage nie selbst gefoltert hat. Brandon Bryant aus Montana tritt 2006 der Air Force bei und landet im Drohnenprogramm der USA. Aus Tausenden Kilometern Entfernung feuert er Raketen auf Menschen, die er nur als Wärmesignatur auf einem Bildschirm sieht. Nach Hunderten von Einsätzen mit mindestens 13 Toten verlässt er die Streitkräfte mit einer schweren posttraumatischen Belastungsstörung. Murat Kurnaz, 1982 in Bremen geboren, reist kurz nach 9/11 aus religiöser Neugier nach Pakistan. Er gerät in eine Routinekontrolle, wird verhaftet und landet unter falschem Verdacht in Guantánamo. Vier Jahre lang sitzt er dort als Gefangener 053 - ohne Prozess, ohne Beweis, ohne Rechte. Der Bremer Anwalt Bernhard Docke, der Kurnaz' Geschichte erzählt, macht sich damals für seine Freilassung stark, die schlussendlich gelingt. In allen drei Folgen beleuchtet die Reihe, wie 9/11 unsere Welt seit 25 Jahren prägt. Die Geschichten der Protagonistinnen und Protagonisten in den USA und Deutschland werden teils unter Einsatz künstlicher Intelligenz im Stil von Graphic Novels rekonstruiert. Dazu ordnen Expertinnen und Experten die historischen Entwicklungen analytisch ein.
Die Terroranschläge von 9/11 veränderten die Welt. Die Dokumentation zeichnet nach, wie sie die politische Spaltung in den USA befeuerten - und wie Menschen mit den Folgen fertigwerden. Hat der "War on Terror" letztlich mehr Radikalisierung erzeugt als verhindert? Bilder aus Guantánamo, Bagdad und Kabul untergruben die Glaubwürdigkeit der amerikanischen Einsätze und verstärkten die Spaltung, die Donald Trump für seinen eigenen Aufstieg nutzen konnte. Folge drei der Reihe zeigt, wie sich nach dem anfänglichen Schock von 2001 politische und gesellschaftliche Brüche substanziell vertiefen - vom Aufstieg des Rechtspopulismus über die Erosion des Vertrauens in etablierten Medien bis zum Abzug der NATO-Truppen aus Afghanistan. Kai Pfaffenbach ist 2001 einer der ersten deutschen Fotografen am Ground Zero und dokumentiert danach als Kriegsreporter Militäreinsätze in Afghanistan, Irak und weiteren gefährlichen Orten. 2014 wird seine engste Kollegin und Freundin, die preisgekrönte Fotojournalistin Anja Niedringhaus, in Afghanistan ermordet. Wie der Journalist Claus Kleber berichtet Pfaffenbach über die Macht der Bilder im Kontext von 9/11 und danach. Nicholas Gorki wird nach 9/11 geboren - sein Vater, ein junger Banker aus Iserlohn, starb im World Trade Center, bevor sein Sohn das Licht der Welt erblickte. Nicholas wächst in den USA bei der Mutter auf und beobachtet, wie seine Generation zunehmend politisiert wird. Irfan Peci radikalisiert sich nach 9/11 im Internet, leitet als Jugendlicher von der Oberpfalz aus die deutschsprachige Onlinepropaganda von Al-Kaida. Nach seiner späteren Verhaftung bricht der Sohn bosnischer Einwanderer mit der Ideologie, wird V-Mann des Verfassungsschutzes. Nach seiner Enttarnung taucht er unter. Heute tritt er als vehementer Islamkritiker auf. In allen drei Folgen beleuchtet die Reihe, wie 9/11 unsere Welt seit 25 Jahren prägt. Die Geschichten der Protagonistinnen und Protagonisten in den USA und Deutschland werden teils unter Einsatz künstlicher Intelligenz im Stil von Graphic Novels rekonstruiert. Dazu ordnen Expertinnen und Experten die historischen Entwicklungen analytisch ein.
Osama bin Laden - die privaten Papiere des Terrorfürsten
D 2016
45'
US-Soldaten töteten 2011 Osama bin Laden und stellten dabei Papiere und Datenträger sicher. Das Material ist jetzt zugänglich und erlaubt einen neuen Blick auf den Al-Kaida-Chef. "ZDF-History" wertet die private Korrespondenz Osama bin Ladens aus und erzählt, wie er seine letzten Lebensjahre in seinem Versteck in Pakistan verbrachte. Dort entwarf er neue Terrorstrategien und kümmerte sich zugleich um seine umfangreiche Familie. Die Dokumentation stellt Bin Ladens Lebensgeschichte und insbesondere das Leben, das er in seinen letzten Jahren führte, in den Mittelpunkt. Sein Anwesen im pakistanischen Abbottabad, das ihm scheinbar Sicherheit vor den Amerikanern bot, war eine Art selbst gewähltes Gefängnis - aber immerhin lebte Bin Laden dort mit seiner Familie. In der Korrespondenz mit Familienmitgliedern, die nicht anwesend sein konnten, erwies er sich als besorgter und fürsorglicher Patriarch - doch andere "Bin-Laden-Papiere" zeugen von seinen extremen politischen Ansichten und terroristischen Strategien. Neben dem Leben in Abbottabad bildet die Suche der Amerikaner, die die Schlinge immer enger um Bin Laden ziehen, einen weiteren Erzählstrang der Dokumentation. Aufwendige Animationen und anerkannte internationale Experten rekonstruieren die letzten Jahre des Terror-Chefs in seinem pakistanischen Refugium. Die gefundenen Papiere erlauben erstmals ganz persönliche Einblicke in seinen Lebensweg und seine Gedankenwelt.
Informativ, hintergründig, analytisch: die Nachrichten des Tages aus Deutschland und der Welt. Mit Berichten, Reportagen und Interviews aus Politik, Gesellschaft und Kultur.
Mit dem Ersten Weltkrieg beginnt das Zeitalter der industriell geführten Massenkriege. Rund 20 Millionen Menschen sterben. Generationen verlieren Zukunft, Gesundheit und Wohlstand. Das Attentat auf Erzherzog Franz Ferdinand in Sarajevo mündet 1914 in den Ersten Weltkrieg. Bis 1918 tobt ein unvorstellbares Grauen auf den Schlachtfeldern. Menschen leiden noch Jahrzehnte später. Die sechsteilige Reihe "Der Preis des Krieges" hinterfragt die Kosten und Folgen des Krieges für Wirtschaft, Gesellschaft, Umwelt - und ungezählte Menschen. Anfangs gehen die Kriegsparteien von einem schnellen Ende des Krieges aus. Als diese Illusion platzt, rücken die Kosten des Krieges ins Blickfeld. Millionen Soldaten brauchen Ausrüstung fürs Schlachtfeld. Um Waffen und Kriegsgerät in großen Mengen herzustellen, wird die Industrieproduktion in ganz Europa umgestellt. Die Feuerkraft an den Fronten hängt jetzt von der Produktion in der Heimat ab. Ein Krieg, bei dem am Ende die Wirtschaftskraft ausschlaggebend sein wird.
20 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg stürzt die Welt in eine neue Katastrophe. Im Zweiten Weltkrieg sterben 50 bis 60 Millionen Zivilisten und bis zu 25 Millionen Soldaten. Am 1. September 1939 überfällt Deutschland Polen. Großbritannien und Frankreich erklären Deutschland den Krieg. Es folgt ein weltweites Massensterben. Vier Billionen Dollar kostet dieser Krieg nach damaligem Wert, fast sechsmal mehr als der Erste Weltkrieg. Die? sechsteilige? Reihe "Der Preis des Krieges"? hinterfragt die Kosten und Folgen des Krieges für? Wirtschaft, Gesellschaft, Umwelt - und ungezählte Menschen. Doch das menschliche Leid lässt sich nicht in Geldsummen fassen. Eine ganze Generation ist traumatisiert. Millionen werden Opfer von Verbrechen Deutscher. Die Überlebenden werden die Erinnerung daran ihr Leben lang nicht mehr los.
Der Kalte Krieg wird 1964 in Vietnam heiß. Amerika greift nach dem sogenannten Tonkin-Zwischenfall direkt in den Konflikt zwischen Nord- und Südvietnam ein, der bereits seit 1956 andauert. Damit stellen sich die USA auf die Seite Südvietnams, während die Sowjetunion das kommunistische Nordvietnam unterstützt. Die Kriegsparteien kämpfen mit unterschiedlichen Waffentechnologien. Die Folge sind zwei bis fünf Millionen vietnamesische Kriegsopfer. Die sechsteilige Reihe "Der Preis des Krieges"? hinterfragt die Kosten und Folgen des Krieges für Wirtschaft, Gesellschaft, Umwelt - und ungezählte Menschen. Erstmals setzen die USA im Kampf gegen den kommunistischen Vietcong Hunderttausende Tonnen des Brennstoffs Napalm und Millionen Liter Herbizide ein, mit verheerenden Folgen für Mensch und Natur bis heute.
Seit 1978 kommt es zu Kriegen in Afghanistan. Sie zählen zusammengenommen mit mehr als zwei Billionen Dollar zu den teuersten Konflikten der Geschichte. 150.000 Menschen kommen ums Leben. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 nehmen die USA den Kampf gegen den Terrorismus auf und marschieren mit internationaler Unterstützung in Afghanistan ein. Ein Jahrzehnt Krieg verwüstet das Land, hinterlässt tödliche Altlasten und sorgt für eine Katastrophe. Die Reihe "Der Preis des Krieges" fragt: Was sind die Kosten und Folgen des Krieges für die Wirtschaft, die Gesellschaft, die Umwelt - und ungezählte Mitmenschen? Nach mehr als zehn Jahren Krieg muss der Westen erkennen, dass die Hauptziele nicht erreicht sind. Demokratie und Freiheit haben nicht gesiegt in Afghanistan. Korruption, Drogen, religiöser Fanatismus und Stammeskonflikte bestimmen weiterhin die Wirklichkeit. Im Boden des Landes lauern tödliche Altlasten. Nach Schätzungen sind dort seit 1979 600.000 Minen gelegt worden. Dazu kommen unzählige Blindgänger und Munitionsreste.
Die Kriege im Irak zählen zu den teuersten des 20. Jahrhunderts. Das Land ist seit den 1980er-Jahren durch zahlreiche Konflikte gebeutelt. Allein der Zweite Golfkrieg 1990/91 kostet über 60 Milliarden Dollar und fordert Zehntausende Opfer. 2003 greifen Amerikaner und Verbündete das Land an. Sie sind überzeugt, dass Saddam Hussein über Massenvernichtungswaffen verfüge, mit verheerenden Folgen. Eine "Koalition der Willigen" aus 41 Staaten siegt nach nur 21 Tagen. Diktator Saddam Hussein taucht unter. Massenvernichtungswaffen werden keine gefunden. Nach dem Sturz des Diktators beginnt bald ein langer und unübersichtlicher Bürgerkrieg. Eine Reihe von militanten Gruppen formiert sich, darunter der sogenannte Islamische Staat. Von 2014 bis 2017 erschüttert ein weiterer schrecklicher Bürgerkrieg das Land. Die Reihe "Der Preis des Krieges" beleuchtet die Kosten und Folgen des Krieges: für die Wirtschaft, die Gesellschaft, die Umwelt - und ungezählte Mitmenschen.
Im 21. Jahrhundert verschwinden Schützengräben des Ersten und Bomberflotten des Zweiten Weltkrieges. Statt millionenstarker Heere prägen heute Terror und Hightech das Geschehen. "Krieg gegen Terror" dauert bis heute an. Mit enormen Kosten und unsicherem Ausgang. Am stärksten betroffen sind der Irak, Afghanistan, Pakistan und Indien. Auch die Philippinen, Somalia und Nigeria leiden unter anhaltendem Terror. Die gestiegene Terrorhäufigkeit belastet auch die Weltwirtschaft. Die Reihe "Der Preis des Krieges" fragt: Was sind die Kosten und Folgen des Krieges für die Wirtschaft, die Gesellschaft, die Umwelt - und ungezählte Mitmenschen? Der Krieg zeigt ein neues Gesicht: mit Cyberangriffen, blutigen Terroranschlägen, Hightech-Waffen und verdeckten Operationen. Terrorakte verursachten zwischen 2001 und 2018 direkte Sachschäden von rund 850 Milliarden Dollar. Bis zu einer Viertelmillion Menschen starben durch Terror.
Sie schlagen ohne Vorwarnung zu: Für die einen sind sie Freiheitskämpfer, für andere Terroristen. Partisanen verüben hinter den feindlichen Linien Anschläge oder Sabotage, auch heute noch. In der Ukraine kämpfen Partisanen gegen Putins Truppen. Dort attackieren sie Stellungen und Nachschubwege der russischen Angreifer. Wie schon im Zweiten Weltkrieg - als auf demselben Boden Partisanen die deutschen Invasoren angriffen. Damals kämpften sie im besetzten Europa gegen Hitlers Kriegsmaschine. Überall sah sich die Wehrmacht Attacken von spontan gebildeten oder durch Exilregierungen organisierten Partisanengruppen ausgesetzt. Die Besatzer reagieren meist mit brutaler Gewalt und grausamen Vergeltungsschlägen, durch die wahllos unzählige Zivilisten sterben. Doch wo verläuft die Grenze zwischen legitimem Widerstand und grausamem Terrorismus? Der Film erzählt mit teils kaum bekannten Bildern die Geschichte des neuzeitlichen Partisanenkrieges vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Die Autoren rekonstruieren beispielhaft Fälle unter anderem aus Frankreich, Italien, der Sowjetunion und der heutigen Ukraine und beleuchten deren militärhistorische und völkerrechtliche Hintergründe.