Nach dem Ende des Hauptverfahrens der Nürnberger Prozesse schrieb ein weiteres Verfahren Geschichte - der Einsatzgruppenprozess von Nürnberg. Er gilt als größter Mordprozess der Geschichte gegen Angehörige von vier Todes-Kommandos aus Sicherheitspolizei und SD . Während des Zweiten Weltkrieges wurden sechs Millionen Juden ermordet. Vier Millionen starben in den Vernichtungslagern, doch wurden zwei Millionen Menschen bei systematischen Massenerschießungen getötet. Die Täter standen ihren Opfern von Angesicht zu Angesicht gegenüber. Sie schossen auf Männer, Frauen, Kinder - Tag für Tag, gehorsam und beflissen, als sei es normale Arbeit. Zehntausende Deutsche gehörten den mobilen Kommandos der Einsatzgruppen und Polizeibataillone an. Wer waren diese Männer, wie konnten sie solche Morde verüben? Was berichteten die wenigen Überlebenden, wie konnten sie dem Massensterben entkommen und mit der grausamen Erfahrung weiterleben? Autor Manfred Oldenburg zeichnet anhand von schriftlichen Überlieferungen, Originaldokumenten, Filmaufnahmen und Fotos sowie szenischen Rekonstruktionen den Weg eines der Mordbataillone nach. Historiker und Sozialpsychologen nehmen dazu Stellung. Benjamin Ferencz, inzwischen 101 Jahre alt, spielt eine zentrale Rolle in dem Film. Der amerikanische Top-Jurist schrieb Weltgeschichte, war in Nürnberg Chefankläger gegen führende Mitglieder der sogenannten Einsatzgruppen. Ein aktuelles, ausführliches Interview mit dem Jura-Professor bildet einen Leitfaden für den Film.
"El Chapo" - gefährlichster Mann Mexikos, mächtigster Narco aller Zeiten und Ausbruchskönig. Verantwortlich für Hunderttausende Tote, von seinen Landsleuten verehrt als moderner Robin Hood. Zwei Mal ist der wohl meistgesuchte Drogenboss der Welt schon aus dem Gefängnis ausgebrochen. Er hat genug Koks in die USA geschmuggelt, um dort jeden high zu machen. Erscheint auf Fahndungslisten und Magazincovern. Doch wer ist Joaquín Guzmán? Wer ist "El Chapo"? Auf den Straßen von Sinaloa demonstrieren im März 2014 Tausende Menschen für die Freilassung des Narco-Bosses Joaquín "El Chapo" Guzmán. Der skrupellose Drogenschmuggler soll laut eigener Aussage für über 2000 Morde verantwortlich sein. Trotz dieser Vorwürfe kann er auf die Unterstützung der mexikanischen Bevölkerung zählen. Viele halten den gefährlichsten Mann Mexikos nämlich für einen modernen Robin Hood. In seinem Heimatstaat Sinaloa soll er Schulen und Straßen gebaut haben, die ungeliebte mexikanische Regierung ist ihm ein Dorn im Auge. Außerdem gilt seine Organisation, das Sinaloa-Kartell, als größter Arbeitgeber in der Region. Dass an seinem Geld Blut klebt, schmälert weder seine Beliebtheit noch den Zulauf junger Männer, die für sein Kartell arbeiten wollen. Im Gegenteil: Seine Anhänger feiern ihn für seine spektakulären Gefängnisausbrüche, seine Bauernschläue und angeblichen Heldentaten. Musiker schreiben ihm zu Ehren Volkslieder, Straßenhändler verkaufen Fanshirts mit seinem Gesicht. Doch auch international ist "El Chapo" eine Berühmtheit: Man kennt ihn aus Netflix-Serien, aus dem "Forbes"-Magazin und den Nachrichten. Doch ist Joaquín "El Chapo" Guzmán wirklich ein moderner Robin Hood - oder nur ein kaltblütiger Massenmörder? Wird er es schaffen, ein weiteres Mal aus der Haft zu entkommen? Aus einem der sichersten Gefängnisse der USA? Und falls nicht, wer wird sein Nachfolger? "Wer ist ...?" porträtiert kontroverse, abgründige, bedeutende Persönlichkeiten aus dem In- und Ausland, liefert Hintergründe, erzählt ihre Geschichte und ordnet ihr Wirken in einen größeren Kontext ein.
Biologin Lizzie Daly umrundet den australischen Kontinent und zeigt die einzigartige Tierwelt entlang der Küste. Ihre Reise beginnt im tropischen Norden und führt bis zum Great Barrier Reef. Dort kämpfen Meeresschildkröten ums Überleben, Salzwasserkrokodile werden zur Gefahr für Menschen, und der Epaulettenhai trotzt den extremen Bedingungen der Gezeitenzone. Höhepunkt der Reise ist der Tauchgang am artenreichen Great Barrier Reef. Lizzie Dalys Reise entlang Australiens Küsten beginnt im Nordwesten des Kontinents. An einem Strand beobachtet sie frisch geschlüpfte Grüne Meeresschildkröten, die den kurzen, aber gefährlichen Weg bis zum Meer bewältigen müssen. Nicht nur die hohen Temperaturen können ihnen zum Verhängnis werden - an Land und im Wasser lauern zudem zahlreiche Fressfeinde. Rund um die Küstenstadt Darwin haben sich die Bestände der bis zu sechs Meter großen Salzwasserkrokodile dank erfolgreicher Schutzmaßnahmen derart erholt, dass die urzeitlichen Reptilien zunehmend zur Gefahr für den Menschen werden. Tiere, die dem Stadtgebiet zu nahe kommen, werden regelmäßig eingefangen und in Auffangstationen oder Tierparks gebracht. Die Biologin begleitet einen Ranger auf dem Weg zu einer Krokodilfalle. Australien ist berühmt für seine zahlreichen Gifttiere. Gemeinsam mit dem Toxikologen Jamie Seymour fängt Lizzie eine Seewespe - die giftigste Qualle der Welt. Das Great Barrier Reef zählt zu den artenreichsten Ökosystemen der Erde. Bei einem Tauchgang begegnet Lizzie unter anderem einem imposanten Napoleon-Lippfisch. In einem Korallenforschungszentrum an der Ostküste erforschen Wissenschaftler hitzeresistente Korallen, um geschädigte Teile des Riffs wiederherzustellen und den Folgen des Klimawandels entgegenzuwirken. Immer wieder wird deutlich, wie empfindlich die Küstenökosysteme Australiens sind und welchen Bedrohungen sie ausgesetzt werden. Biologin Lizzie Daly erkundet die spektakuläre Unterwasserwelt Australiens. Auf ihrer Rundreise um den Kontinent entdeckt sie faszinierende Meeresbewohner und ihre vielfältigen Lebensräume.
Lizzie Daly erkundet die Unterwasserwelt Australiens. Im Süden treffen tropische und antarktische Meeresströmungen aufeinander und schaffen einen artenreichen Lebensraum. Die Biologin taucht mit Sandtigerhaien, folgt den Spuren einer einzigartigen Walfangtradition und erkundet die geheimnisvollen Kelpwälder. Außerdem besucht sie ein Schutzgebiet für Zwergpinguine sowie eine der größten Kolonien Australischer Seelöwen. Lizzie Daly setzt ihre Reise entlang Australiens Küsten fort und macht zunächst im Süden Queenslands Halt. Gemeinsam mit "Shark Girl" Madison Stewart erlebt sie einen unvergesslichen Tauchgang inmitten von Sandtigerhaien. Trotz ihres furchteinflößenden Gebisses gelten die beeindruckenden Räuber für Menschen als weitgehend ungefährlich. In einer der ältesten Walfangstationen nahe der Küstenstadt Eden erfährt Lizzie mehr über die außergewöhnliche Geschichte der Walfänger, die einst von Orcas bei der Jagd unterstützt wurden. Da die Tiere als Belohnung die nahrhaften Zungen und Lippen der erlegten Wale erhielten, entstand eine einzigartige Zusammenarbeit zwischen Mensch und Tier. Auf Phillip Island besucht Lizzie die größte Zwergpinguin-Kolonie der Welt. Wiederkehrende Hitzeperioden bedrohen den Bestand der kleinen Seevögel. Dank umfangreicher Schutzmaßnahmen werden auf der Insel jedoch wichtige Erfolge beim Erhalt der Art erzielt. Kelpwälder gelten als das marine Pendant zu den Regenwäldern an Land. In diesem uralten Lebensraum finden Tarnungskünstler wie Anglerfische, Seedrachen und Tintenfische ideale Bedingungen. Noch auffälliger sind die farbenprächtigen Meeresschnecken, die zu den buntesten Tieren der Welt zählen. In Port Lincoln, Heimat der größten Fischereiflotte Australiens, stellt der industrielle Fischfang das Zusammenleben von Mensch und Tier vor große Herausforderungen. Besonders gefährdet ist der Australische Seelöwe. Auf einer kleinen Insel vor der Küste zählt Lizzie gemeinsam mit Meeresbiologen die neugeborenen Jungtiere einer Seelöwen-Kolonie. Kein ungefährliches Unterfangen, denn die Muttertiere verteidigen ihren Nachwuchs entschlossen. Erneut wird deutlich, wie verletzlich diese einzigartigen Lebensräume sind und welchen Bedrohungen sie dauerhaft ausgesetzt werden. Biologin Lizzie Daly erkundet die spektakuläre Unterwasserwelt Australiens. Auf ihrer Rundreise um den Kontinent entdeckt sie faszinierende Meeresbewohner und ihre vielfältigen Lebensräume.
Biologin Lizzie Daly erkundet die Westküste Australiens. Eine Region mit einzigartigen Bewohnern, in der die Wüste, das Meer und vielfältige Lebensräume aufeinandertreffen. Von den ausgedehnten Seegraswiesen in Shark Bay über die Korallenriffe am Ningaloo Reef bis zu den Mangrovenwäldern des Nordwestens: Lizzie erlebt das einzigartige Naturschauspiel der Korallenblüte und taucht mit Tigerhaien, Meeresschildkröten und Mantarochen. Der letzte Reiseabschnitt führt sie in den Südwesten Australiens, wo rund um die unterseeischen Canyons eine geheimnisvolle, weitgehend unerforschte Welt existiert. Am Bremer Canyon findet man nicht nur die größte Ansammlung von Orcas auf der Südhalbkugel, Walforscher beobachten dort auch die Population der stark gefährdeten Südlichen Glattwale. Die Gegend um Shark Bay ist bekannt für ihre großen Populationen von Haien, Delfinen und Dugongs . Sie leben rund um die Seegraswiesen, die sich über eine Fläche von rund 4000 Quadratkilometern erstrecken. Für Meeresschildkröten und Dugongs sind die Wiesen ein wichtiger Futterplatz - für Seepferdchen eine geschützte Kinderstube. Am 260 Kilometer langen Ningaloo Reef erlebt Lizzie die Korallenblüte - ein Massenlaichen, bei dem alle Riffkorallen gleichzeitig Ei- und Spermazellen freisetzen. Das Naturphänomen lockt Mantarochen und Walhaie an. Letztere überwinden für dieses Ereignis sogar Entfernungen von über 5000 Kilometern. Dort taucht Lizzie mit einem der gefräßigsten Räuber des Meeres: dem Tigerhai. Die Mangrovenwälder in der Region Kimberley im Nordwesten sind Lizzies letzte Station. Dort beobachtet sie die geschickte Jagdtechnik des Schützenfischs und begegnet putzigen Schlammspringern. Auch entlang der Westküste wird deutlich, wie fragil diese Ökosysteme sind und unter welchem Druck sie stehen. Biologin Lizzie Daly erkundet die spektakuläre Unterwasserwelt Australiens. Auf ihrer Rundreise um den Kontinent entdeckt sie faszinierende Meeresbewohner und ihre vielfältigen Lebensräume.
In Indonesien liegen Himmel und Hölle nah beieinander. Auf der Trauminsel Bali relaxen Touristen, während Arbeiter in der Schwefelmine im Vulkan Ijen auf Java jeden Tag ihr Leben riskieren. Die Mine am Ufer eines leuchtend türkisen Kratersees, um den nachts blaue Flammen lodern, wirkt aus der Ferne fast pittoresk. In Wirklichkeit ist sie die reinste Hölle: Das Wasser des Sees ist säurehaltig, und die Flammen speisen sich aus giftigen Schwefelgasen. Sebastian Perez Pezzani begleitet die Schwefelstecher eine Woche in diese lebensfeindliche Umgebung. Zusammen mit ihnen klettert er zum Rand des über 2000 Meter hohen Vulkans und von dort in den Krater zur Mine hinunter. Am Ufer des Säuresees gehen die Arbeiter inmitten giftiger Dämpfe ohne Schutzkleidung und Atemmaske ans Werk und brechen mithilfe von Eisenstangen große Schwefelbrocken aus dem Gestein. Die tägliche Ausbeute wird in Körben aus dem Krater zu einer Wiegestation getragen, wo die Arbeiter ihren Lohn erhalten: nur wenige Euro, für die sie täglich ihre Gesundheit und ihr Leben aufs Spiel setzen. Der Journalist Sebastian Perez Pezzani begibt sich an die härtesten Orte der Welt und dokumentiert das Leid der Menschen, deren Alltag durch Armut, Elend und Kriminalität beherrscht wird.
Indien ist das Land der Schlangen. Es gibt sie in den Häusern, auf Dächern, Terrassen und in der Kanalisation. Jährlich sterben in Indien über 50.000 Menschen infolge ihrer Bisse. Sebastian Perez Pezzani begleitet die Schlangenfänger der Irulas. Mit einem einfachen Schlangenhaken, einem Leinensack und einem Korb machen sich Kali und seine Frau Alamelu auf die Suche nach den sogenannten Big Four, den vier giftigsten Schlangen der Welt. Mit bloßen Händen und einfachsten Gegenständen fangen die berühmten Schlangenfänger aus der Bevölkerungsgruppe der Irulas Kobras, Indische Kraits, Kettenvipern und Gemeine Sandrasselottern. Früher verkauften die Jäger die kostbare Haut der Tiere oder bildeten die Tiere für Schlangen-Shows aus. Doch seit 1972 ist dies in Indien per Gesetz verboten. Seither fangen die Irulas die Schlangen, um sie zu melken. Aus dem Schlangengift werden dringend benötigte Immunseren und Arzneimittel zur Behandlung von Krebs gewonnen. Dank des Geschicks und der Tradition dieser Volksgruppe können jedes Jahr Tausende von Menschenleben gerettet werden. Der Journalist Sebastian Perez Pezzani begibt sich an die härtesten Orte der Welt und dokumentiert das Leid der Menschen, deren Alltag durch Armut, Elend und Kriminalität beherrscht wird.
Miami im US-Bundesstaat Florida ist ein Paradies für PS-Junkies. In manchen Kreisen gehören Tunen, Posen und das Fahren schneller Autos und Motorräder zum Lifestyle der Stadt. In der nächtlichen Metropole holen sich vor allem junge Latinos bei illegalen Straßenrennen ihren Adrenalinkick. Für ältere Semester gibt es offizielle Rennen mit Sicherheitsregeln. Ihr Hobby lassen sich die Schrauber und Tuner oft mehrere Zehntausend Dollar kosten. Junge Afroamerikaner hingegen spielen beim Freeriding Katz und Maus mit der Polizei. In Pulks erobern sie die Straßen der Stadt und zeigen akrobatische Kunststücke. Positiver Nebeneffekt des riskanten Hobbys: Die Bandenkriminalität geht in South Florida spürbar zurück. Sebastian Perez Pezzani geht wie gewohnt hautnah auf Spurensuche. Er nimmt als Co-Pilot an legalen und illegalen Rennen teil, spricht mit Legenden der Straße und packt selbst mit an, um einen Freerider vor der sicheren Festnahme durch die Polizei zu retten. Das heiße Pflaster Miami bringt auch den risikofreudigen Reporter an seine Grenzen. Der Journalist Sebastian Perez Pezzani begibt sich an die härtesten Orte der Welt und dokumentiert das Leid der Menschen, deren Alltag durch Armut, Elend und Kriminalität beherrscht wird.
Der Amazonas ist Handelsroute und Lebensader für Brasilien. Doch seit Jahren mehren sich Überfälle von Flusspiraten. Ihre bevorzugte Beute: leichtverkäufliches Benzin. Nach einem Überfall auf ein Frachtschiff nimmt eine kleine Spezialeinheit die Ermittlungen auf. Die Männer stehen im Ruf, unbestechlich und besonders hartnäckig zu sein. Mit ihrem schwimmenden Revier begeben sie sich auf die Suche nach dem gestohlenen Treibstoff. Sebastian Perez Pezzani geht an Bord und erlebt hautnah, wie die Polizisten von Ort zu Ort fahren, um den Piraten auf die Spur zu kommen. Der Journalist begleitet sie bei Befragungen in Dörfern entlang des Flusses, aber auch beim Versuch, den Kopf der Bande in seinem Versteck festzunehmen. Gemeinsam mit ihnen entdeckt er tief im undurchdringlichen Regenwald das Diebesgut. Da ein festgenommener Pirat geständig ist, kann schließlich sogar der Hintermann ausfindig gemacht und die ganze Bande verhaftet werden. Der Journalist Sebastian Perez Pezzani begibt sich an die härtesten Orte der Welt und dokumentiert das Leid der Menschen, deren Alltag durch Armut, Elend und Kriminalität beherrscht wird.
Kakao, Palmöl, Lieferkette - die Schokobranche hat keinen guten Ruf. Ferrero, der Erfinder von Nutella, verspricht Nachhaltigkeit. Meinen die das ernst? Oder ist das Greenwashing? Kakao aus Afrika, Palmöl aus Asien, Nüsse aus der Türkei - das schmeckt nach Problemen. Denen begegnet Ferrero mit Nachhaltigkeitsversprechen. Das will Umweltreporter Sherif genau wissen - und folgt der Lieferkette von Nutella. Was einst in der Konditorei von Michele Ferrero im beschaulichen norditalienischen Städtchen Alba begann, ist heute zu einem globalen Schoko-Imperium herangewachsen. Mit Marken wie Nutella, Ferrero Rocher und Kinder Schokolade ist Ferrero aus keinem Süßwarenregal der Welt mehr wegzudenken. Für die Beschaffung der Rohstoffe, insbesondere Kakao, Palmöl und Haselnüsse hat das Unternehmen jeweils eine eigene Nachhaltigkeitscharta definiert, die eine verantwortungsvolle Lieferkette gewährleisten soll: keine Wälder roden, keine Kinder auf Plantagen, Ausgleichsflächen zum Schutz der Umwelt. Kurzum: nachhaltig, sozial und fair. Ferrero nennt das "putting people at the heart of our supply chain". An dieser Stelle kommt Umwelt-Reporter Sherif Rizkallah ins Spiel. Er bricht auf zu eben diesen "People" am Ausgangspunkt der Lieferkette, um zu sehen, ob Ferrero das einhält: zu einer Landwirtschaftskooperative in der Elfenbeinküste, die Kakao für Ferrero anbaut. Zu einer Ölmühle in Malaysia, die Ferrero mit RSPO-zertifiziertem Palmöl beliefert. Und nach Italien. Denn dort baut Ferrero seine Haselnussproduktion stark aus. Zwar ist die Türkei weltweit Hauptproduzent von Haselnüssen, auch für Ferrero. Doch immer wieder gibt es Berichte über Ausbeutung auf Plantagen an der türkischen Schwarzmeerküste. Ferrero setzt jetzt vermehrt auf lokalen Anbau in Italien. Lokaler Anbau also. Das findet Sherif gut - fragt sich allerdings, warum die Einwohner um den Lago di Vico seit einiger Zeit in diesem schönen See inmitten der Haselnussplantagen nicht mehr baden wollen. Schlussendlich will Sherif die Frage beantworten, wie viel Nachhaltigkeit denn nun wirklich in seiner Nutella steckt?
Sebastian Lege steht in Mexiko vor der Aufgabe, Tamarinden-Lollis nachzubauen. Ohne Rezept. Florian Reza soll derweil Pizza in New York ausliefern. Wer gewinnt die "besseresser challenge"? Sebastian Lege und Florian Reza stellen sich in der "besseresser challenge" gegenseitig Aufgaben aus der Welt der Lebensmittel. Es geht um Mut, Geschicklichkeit und Leidensfähigkeit. Nur einer von beiden kann als Sieger aus dem Wettbewerb hervorgehen. Florian Reza schickt Sebastian Lege nach Mexico City. Dort muss Sebastian die Süßigkeit "Banderillas Micho Tamarinde" so originalgetreu nachbauen, dass nicht einmal die Einheimischen den Unterschied schmecken. Die Süßigkeit wird aus dem Fruchtfleisch der Tamarinde hergestellt - das weiß der Produktentwickler allerdings nicht. Er muss die Zutaten nur am Geschmack erkennen und die Süßigkeit dann ohne Rezept nachkochen. Doch der Weg zum fertigen Produkt ist nicht so einfach. Denn Flo hat sich für diese Challenge ein besonderes Setting ausgesucht: ein Lucha Libre Gym. Dort treten mexikanische Ringkämpfer auf, die sogenannten Luchadores. Für wichtige Kochutensilien muss Sebastian im wahrsten Sinne des Wortes kämpfen. Denn ein paar Gerätschaften gibt es erst, wenn er sich jeweils für eine Trainingseinheit den Lucha-Libre-Kämpfern als Sparringspartner zur Verfügung stellt. Nur, wenn er die Kampfeinheiten zu deren Zufriedenheit absolviert, kann die Challenge weitergehen. Am Ende muss er die Mexikaner selbst davon überzeugen, dass er ihren süßen Snack so originalgetreu wie möglich nachgebaut hat. Wird er die Challenge meistern? Florian Reza wohnt in den USA - für Sebastian Lege eine perfekte Gelegenheit, ihn dort auf eine spannende Challenge zu schicken. Es geht nach New York City. Dort gibt es nicht nur eine von Sebastians Leibspeisen - New York Style Pizza -, sondern auch höllisches Verkehrschaos. Flos Challenge hat mit beidem zu tun. Sebastian schickt Flo zuerst in eine Pizzeria. In dieser lernt er, wie man eine richtige "New York Style Pizza" macht. Dann folgt die richtige Challenge: Er muss die Pizzen, die er gemacht hat, auch ausliefern. Auf einem Fahrrad soll er mit einem Zeitlimit drei Pizzen zu hungrigen New Yorkern bringen. Die Locations dafür sind von Sebastian handverlesen - um Flo an seine Grenzen zu bringen. Denn als wäre das Verkehrschaos in Manhattan nicht schon Herausforderung genug, muss Flo seine Pizzen auch noch an verschiedene und etwas kuriose Orte in New York City bringen. Auf seiner Jagd durch die Stadt schwingt er sich also nicht nur auf ein Fahrrad. Er durchquert suchend die Grand Central Station, rudert auf dem See im Central Park und muss eine einwandfreie Karaoke-Performance ablegen. Und das alles, während die Zeit gegen ihn spielt. Wird er es schaffen, alle Pizzen auszuliefern?
Ob überraschende Zusatzstoffe, cleveres Kindermarketing oder irreführendes Verpackungsdesign: Sebastian Lege deckt auf, was in herzhaften Fertigprodukten und süßen Snacks wirklich steckt. Fertiger Pizzateig, tiefgekühlte Kartoffelpuffer, lustige Bärchenwurst und fruchtige Jaffa Cakes: Sebastian Lege entlarvt die Tricks beliebter Supermarktprodukte. Dabei zeigt er, mit welchen Zusatzstoffen die Industrie ihre Lebensmittel lange haltbar macht. Pizzateig aus dem Kühlregal vermittelt das Gefühl von frischer selbst gemachter Pizza. Allerdings enthält der Fertigteig mehr Zutaten als nur Mehl, Wasser, etwas Hefe und Öl. Und anders als selbst gemachter Teig ist er wochenlang haltbar. Möglich ist das nur durch eine spezielle Verpackung, eine ausgeklügelte Rezeptur und Ethylalkohol. Der Produktentwickler zeigt, wie die Industrie diese essenzielle Zutat herstellt und wie sie im Teig wirkt. Frische italienische Pizza ist davon weit entfernt. Worauf es bei der Teigherstellung ankommt, erfährt Sebastian beim amtierenden Pizzaweltmeister Francesco Ialazzo. Kartoffelpuffer sind auf Festen und Märkten besonders beliebt. Für zu Hause hat die Lebensmittelindustrie eine andere Lösung: fertige Reibekuchen aus dem Tiefkühlregal. Mit einem frischen Gericht aus simplen Zutaten hat das jedoch wenig zu tun. Die Tiefkühlvariante aus dem Supermarkt setzt auf Bindemittel wie Flohsamenschalen und Kartoffelfasern, um die Masse stabil zu halten. Damit die Kartoffelpuffer ihre goldgelbe Farbe behalten und nicht braun werden, kommt zusätzlich Natriumhydrogensulfit zum Einsatz. "besseresser" Lilly Temme und Florian Reza nehmen den Zusatzstoff genauer unter die Lupe. Bunte Verpackungen, lustige Motive und eine besondere Form: Bärchenwurst soll vor allem Kinder ansprechen. Der Preis ist teilweise deutlich höher als bei klassischer Mortadella. Zurecht? Und ist auch die Rezeptur an die junge Zielgruppe angepasst? Sebastian Lege deckt auf, inwiefern sich die Wurst für Kinder wirklich von normalem Fleischaufschnitt unterscheidet. Der Produktentwickler zeigt, wie die Industrie verschiedenfarbige Fleischmassen gewinnt und in Form bringt, damit Bärchen, Gesichter oder Figuren entstehen. Dabei wird klar: Der Salzgehalt liegt ähnlich hoch wie bei klassischer Brühwurst. Gerade für Kinder kann dies jedoch schädlich sein. Weicher Biskuit, fruchtiges Orangengelee, darüber ein knackiger Schokoladenüberzug: Jaffa Cakes sind nicht nur der Klassiker schlechthin zur britischen "Tea Time", sondern auch in Deutschland sehr beliebt. Die Hersteller werben mit orangefarbenen Verpackungen und fruchtigem Geschmack. Ein Blick auf die Zutatenliste zeigt: Die Füllung enthält tatsächlich nur wenig echten Orangensaft. Sebastian Lege zeigt, wie der vollmundige Fruchtgeschmack entsteht - und wie die Geleefüllung wochenlang weich bleibt.
Wraps, Kartoffelpüree, Fischfrikadellen oder Zwiebelringe - Fast Food ist schnell bestellt, beliebt und überall zu haben. Sebastian Lege deckt auf, was dahintersteckt. Fast Food verspricht schnelle Sättigung, gleichbleibenden Geschmack und günstige Preise. Doch Burger King, McDonald's, Nordsee oder KFC nutzen ein ausgeklügeltes System, um ihre Produkte günstig, standardisiert und attraktiv zu machen. Der McWrap von McDonald's soll frisch und leicht wirken, ist in Wirklichkeit aber ein kalorienreiches Produkt-Recycling: Statt Brötchen wird ein dünner Fladen genutzt, der dank Öl, Zusatzstoffen und Panierung sogar mehr Kalorien liefert als der vergleichbare Burger McChicken Classic. Auch bei Kentucky Fried Chicken setzt man auf Effizienz statt Frische. Das beliebte Kartoffelpüree mit Bratensoße besteht nur zu einem kleinen Teil aus Kartoffeln. Den Großteil machen Kartoffelflocken, Bindemittel und weitere Pulver aus, die sich weltweit identisch zubereiten lassen. Die Fischfrikadelle von Nordsee klingt nach Tradition und Handwerk, enthält aber nur die gesetzlich vorgeschriebene Mindestmenge an Fisch. Reisgrieß, Kartoffeln und Panierung strecken die Masse und sorgen für gleichbleibende Konsistenz. Ähnlich bei den Onion Rings von Burger King: Statt ganzer Zwiebelscheiben kommt pürierte Zwiebelmasse zum Einsatz, geformt, paniert und frittiert - ein günstiger Rohstoff, perfekt in Szene gesetzt. Sebastian Lege zeigt, wie Fast-Food-Ketten mit einfachen Zutaten und viel Fett, Salz und Zucker den sogenannten Bliss Point treffen - den Punkt maximaler geschmacklicher Zufriedenheit. Das Ergebnis: Produkte, die überall gleich schmecken. Schnell, effizient - und vor allem profitabel.
Zum Geburtstag viel Süßes! Oft gehören zuckrig-klebrige Snacks genauso zur Kinderparty wie Topfschlagen und Geschrei. Sebastian Lege zeigt, was in den knallbunten Kinderprodukten steckt. Saure Gummis mit Karies-Garantie, Popcorn mit dreimal so viel Zucker, Fruchtsaftgetränke ohne Saft und Lutscher mit jeder Menge Farb- und Aroma-stoffen: Sebastian Lege crasht die Party der Lebensmittelindustrie und baut vier beliebte Kinderprodukte nach. Sauer macht lustig - und versaut die Zähne: Saure Weingummis sind seit Jahren ein Dauerbrenner bei Kindergeburtstagen. Für den süß-sauren Mantel der Süßigkeit vermengt die Industrie Zucker mit Säure. Sebastian Lege zeigt, wie fatal diese Mischung ist. Lutscher gibt es in allen erdenklichen Farbkombinationen und Geschmacksrichtungen. Sebastian Lege deckt auf: Am Ende sind alle Produkte ein- und dasselbe, nämlich Zucker am Stiel. Auch Popcorn ist eine echte Zuckerbombe. Warum zwischen der Industrievariante und dem selbst gepoppten Popcorn aus der Mikrowelle Welten liegen? Sebastian Lege klärt auf. Spaß und Vitamine zum Trinken: Das versprechen bunte Trinkpäckchen. Sebastian Lege zeigt, dass Fruchtsaftgetränke in Wirklichkeit gut getarnte Limonaden sind. Sebastian Lege baut in seiner Werkstatt vier beliebte Kinderprodukte nach und fühlt der Lebensmittelindustrie auf den Zahn.
Sebastian Lege deckt die weltweit größten Tricks der Lebensmittelindustrie auf. Er baut Coca-Cola nach, fährt nach Taiwan zum Ursprung von Bubble Tea und zeigt, wie Maggi in Afrika Erfolg hat. Sebastian Lege lüftet auf drei Kontinenten die krassesten Tricks der größten Marken. Cremissimo-Eis schmeckt so luftig-leicht, weil es aus so viel Luft besteht. Und bei Pfeffer werden die besten Inhaltstoffe entfernt, bevor wir ihn kaufen können. Eine der ikonischsten Marken der Welt: Coca-Cola. Es gibt kaum einen Winkel, in dem die berühmte, dunkle Brause in ihrer markanten Flasche nicht zu finden ist. Jeder kennt die süße Limonade, von der es mehrere Varianten gibt: Classic, light, mit oder ohne Zucker. Mit Vanille-, Kirsch- oder Himbeergeschmack. Mit oder ohne Koffein. In der Dose, der Glas- oder Plastikflasche. Groß oder klein. Die Menschen scheinen süchtig nach der "Welt-Droge", die die Welt verändert hat: Aber wie hat es die Coke geschafft, so unendlich beliebt und so weitverbreitet zu sein? Sebastian Lege reist bis nach Mexiko und stellt dort Erschütterndes fest. Cremissimo ist eines der erfolgreichsten Produkte von Langnese. In nur drei Jahren gelang es dem Speiseeis, den Premium-Marktführer Mövenpick zu überholen. Sein Erfolgsgeheimnis: Es bietet das, was die Kunden lieben und schätzen - Cremigkeit. Cremig und luftig - eine neue Produkterfahrung. Doch normalerweise würde ein Eis in seine Bestandteile zusammenfallen. Wie Cremissimo arbeitet, zeigt Produktentwickler Sebastian Lege. Pfeffer, der König der Gewürze und - neben Salz - der Deutschen liebstes Gewürz. Ob gemahlen oder in ganzen Stücken: Wer glaubt, dass Pfeffer ein Naturprodukt ist, das quasi von der Pflanze ins Glas kommt, der irrt. Denn nicht nur geschmacklich ist Pfeffer für viele die Nummer eins. Auch für die Gesundheit ist Pfeffer ein Gewinn. Neben ätherischen Ölen enthält Pfeffer Piperin. Der Stoff verleiht Pfeffer seine typische Schärfe und verbessert im Gehirn zahlreiche Stoffwechselprozesse. Sebastian Lege zeigt, wie Pfeffer-Hersteller mehr an jenem Piperin verdienen als am Pfeffer. Der Brühwürfel von Maggi war Jahrzehnte lang nicht aus "Muttis Küche" wegzudenken, denn mit dem kleinen praktischen Helfer sind viele Gerichte oder einfache Suppen schnell und unkompliziert herzustellen. Keine Frage, der Maggi-Würfel hat seinen festen Platz in der deutschen Küchenkultur - aber kaum einer weiß, dass der praktische Küchenhelfer auch in vielen anderen Ländern in jedem Vorratsschrank steht. Die Geschmacksbombe ist ein regelrechter Exportschlager und hat eine weltweit beispiellose Erfolgsgeschichte hinter sich. Der Würfel wird global vermarktet. Und hat damit den Geschmack auf der ganzen Welt geprägt. Wie hat es Maggi geschafft, die Welt zu erobern? Ein Frühstück ohne Cornflakes gibt es kaum. So etwas können sich die meisten Kinder gar nicht mehr vorstellen, vor allem nicht in den USA. Hier hat der Konzern die Frühstückskultur nachhaltig verändert und danach die ganze Welt erobert und das Frühstück auch für uns revolutioniert. Im Schnitt isst jeder Deutsche im Jahr ein Kilogramm Cornflakes. Sebastian Lege weiß: Cornflakes sind aus einem Zufall heraus entstanden. Der Lebensmittelentwickler zeigt in seinem Experiment, woraus die Flocken eigentlich bestehen. Pre-Milch ist ein spezielles Milchpulver, das mit Wasser zu einer Babynahrung schnell, einfach und überall zusammengemischt werden kann. Eine Revolution, bedeutete diese Entwicklung doch mehr Freiheiten für stillende Mütter. 1865 in Deutschland erfunden, tritt die Babynahrung kurz darauf ihren weltweiten Siegeszug an, wird ein absoluter Renner rund um den Globus. Und fast alle großen Namen stecken im Geschäft mit dem Milchpulver: Nestlé, Danone, Milupa, Hipp, ProNatura und Co. Aber was für ein Produkt ist das wirklich? Er ist das Trendgetränk der letzten Sommer. Der Bubble Tea erlebte nach einem kurzen Durchhänger eine Renaissance als moderne Erfrischung. In den Innenstädten stehen Menschen Schlange, YouTube-Kanäle beschäftigen sich mit nichts anderem - Bubble Tea. Was die wenigsten wissen: Je nach Rezept kann ein Bubble Tea größere Mengen Zucker sowie Farb-, Aroma- und Konservierungsstoffe enthalten. Sebastian Lege reist ins Bubble-Tea-Mutterland Taiwan und findet heraus: Die Anfänge des Bubble Teas waren alles andere als zuckrig.
Lebensmittel sind in Deutschland teuer geworden. Gleichzeitig verzeichnen Rewe, Edeka & Co. hohe Umsätze - vor allem durch Eigenmarken. Was steckt hinter den No-Name-Produkten? Vier Konzerne dominieren den deutschen Lebensmitteleinzelhandel: EDEKA, Rewe, Lidl und ALDI. Sie führen immer mehr Eigenmarken im Sortiment. Angesichts steigender Preise greifen Verbraucherinnen und Verbraucher zunehmend zu den günstigeren Produkten der Händler. Doch wie groß ist der Preisvorteil tatsächlich? Können Eigenmarken bei Qualität und Geschmack mit bekannten Markenprodukten mithalten? Und wer profitiert am Ende am meisten von diesem Geschäft? Die Dokumentation nimmt die Produkte der großen Handelsketten unter die Lupe und beleuchtet die Strategien hinter dem Boom. Ist teurer tatsächlich besser? Wie schlagen sich Markenprodukte im direkten Vergleich mit den oft deutlich günstigeren Eigenmarken? Und welche Rolle spielen Premiumlinien wie "Rewe Beste Wahl" oder "EDEKA Herzstücke", die zwischen Discount- und Markenware positioniert werden? Anhand von Produkttests, Marktanalysen und Gesprächen mit Expertinnen und Experten blickt der Film hinter die Kulissen von Supermärkten und Discountern. Er zeigt, mit welchen Mechanismen die Handelsriesen Preise gestalten, Marktanteile sichern und Kaufentscheidungen beeinflussen. Zwischen hartem Wettbewerb und wachsender Marktmacht stellt die Dokumentation eine zentrale Frage: Worauf sollten Verbraucherinnen und Verbraucher beim Einkauf wirklich achten?
300 Krieger, 150 Liebespaare - die Heilige Schar von Theben macht Geschichte: eine homosexuelle Elitearmee, die siegreich gegen Sparta kämpft. Wer hat sie gegründet und warum? Um den Zusammenhalt der Truppe zu stärken, wählt Thebens General Gorgidas ausschließlich schwule Paare aus. Er glaubt, dass Liebende in der Schlacht mehr füreinander einstehen als Nichtliebende. Ist die Homosexualität der Männer das Geheimnis ihres Erfolges? Die Armee der schwulen Krieger existiert zwischen 378 und 338 vor Christus und ist maßgeblich an militärischen Auseinandersetzungen gegen die Spartaner beteiligt. Die starke emotionale Bindung und die Kampferfahrung der Berufssoldaten führen zum Sieg Thebens über die Kriegsgegner - bis Alexander der Große auf den Plan tritt. Die Geschichte der einander liebenden Krieger war fast in Vergessenheit geraten. Im Jahr 2019 werden jedoch Grabungstagebücher aus dem 19.Jahrhundert entdeckt. Auch das Skelett eines gefallenen Helden wird gefunden. Eine internationale Gruppe von Archäologen und Historikern nimmt das 4. Jahrhundert vor Christus unter die Lupe. Es ist die Zeit, in der die Heilige Schar sich vier Jahrzehnte lang am Schlachtfeld behauptet. Selbst die als unbesiegbar geltenden Spartaner zwingen sie in die Knie. Fragen tun sich auf, und es zeigt sich ein ganz eigenes Konzept von Liebe und Krieg. Welche gesellschaftliche Bedeutung hatte die männliche Homosexualität in der Antike, und welche Konsequenzen erfolgten daraus? Die Heilige Schar von Theben - eine heldenhafte Eliteeinheit in der griechischen Antike, die aus 150 schwulen Männerpaaren bestand. Ihre Geschichte ist ebenso außergewöhnlich wie ihr militärisches Vermächtnis.
Unverbrüchlich halten sie zusammen - bis zum bitteren Ende. Im Jahr 338 vor Christus ist das Schicksal der Armee der schwulen Krieger entschieden. Welche Kriegslist hat sie besiegt? Es sind König Philipp II. von Makedonien und sein Sohn, der spätere Alexander der Große, denen die Heilige Schar in der Schlacht von Chaeroneia nichts entgegenzusetzen hat. Die Niederlage ist verheerend und endet in einem Blutbad. In der Schlacht von Chaeroneia geht auch die Heilige Schar von Theben unter, eine heldenhafte Einheit der Antike, bestehend aus 150 schwulen Männerpaaren. Rund drei Viertel der homosexuellen Soldaten verlieren dort ihr Leben. Sie werden am Schlachtfeld ehrenvoll begraben, und es wird ein Denkmal errichtet, der "Löwe von Chaeroneia". Die Geschichte um die Heilige Schar von Theben gerät in Vergessenheit, bis 1871 das Massengrab der Gefallenen entdeckt wird. Die zeitgenössische Berichterstattung über den Grabfund erwähnt allerdings nicht, dass es sich um Schwule handelt. Denn damals steht Homosexualität in vielen Ländern unter Strafe. 2019 werden Grabungstagebücher aus dem 19. Jahrhundert gefunden. Ein internationales Team von Archäologen und Historikern sucht nach Antworten auf die Frage, was zum Untergang der Heiligen Schar von Theben geführt hat. Welche Erklärung können die Experten geben, die das Schlachtfeld von Chaeroneia nach über 2000 Jahren untersuchen? Die Heilige Schar von Theben - eine heldenhafte Eliteeinheit in der griechischen Antike, die aus 150 schwulen Männerpaaren bestand. Ihre Geschichte ist ebenso außergewöhnlich wie ihr militärisches Vermächtnis.
Kurz vor dem Vulkanausbruch 79 nach Christus ist Pompeji eine Stadt sozialer Ungleichheit: Reichtum und Armut liegen dicht beieinander. Wie wirken sich die Gegensätze im Alltag aus? Neue archäologische Forschungen offenbaren die harte Realität hinter der glänzenden Fassade des antiken Pompeji. Funde belegen, dass einige wenige auf Kosten vieler Sklaven leben. Sie zeigen einen tiefen sozialen Riss in der Gesellschaft der römischen Stadt. Pompeji ist weit mehr als ein Ferienort der römischen Elite. Neue archäologische Funde und moderne Analyseverfahren zeichnen ein differenziertes Bild der antiken Stadt. Sichtbar wird dies in der städtischen Infrastruktur, der Wasserversorgung, der Verteilung von Wohnraum und den wirtschaftlichen Netzwerken Pompejis. Die Archäologie zeigt: Der Wohlstand der Oberschicht beruht auf Gewalt, Ausbeutung und sozialer Ungleichheit. Der Alltag der Menschen in Pompeji spielt sich zwischen extremen Gegensätzen ab - zwischen aristokratischem Luxus und großzügigen Wohnhäusern auf der einen Seite und engen Werkstätten und dem harten, fremdbestimmten Leben der Versklavten auf der anderen. Neue Ausgrabungen machen diese soziale Realität greifbar. Ein prunkvolles Marmorgrab offenbart das Selbstverständnis der städtischen Elite und ihre engen Verbindungen zur kaiserlichen Macht in Rom. Kinder-Graffitis mit Gladiatorenszenen zeigen, wie fest Gewalt im kulturellen Alltag der römischen Gesellschaft verankert ist. Funde aus einer Großbäckerei dokumentieren zudem die schweren Lebens- und Arbeitsbedingungen versklavter Menschen, die einen zentralen Teil der Wirtschaft Pompejis tragen. Die Dokumentation von ZDFinfo zeigt das antike Pompeji als eine Stadt großer sozialer Gegensätze. Die Ungleichheit schürt Spannungen und Gewalt - und der äußere Glanz kann diese Konflikte kaum verbergen.
Neue archäologische Funde in Pompeji zeichnen ein differenziertes Bild der antiken Stadt: Gewalt, soziale Spannungen und tiefgreifende Ungleichheit prägen den Alltag im Römischen Reich. Die Dokumentation beleuchtet die Schattenseiten Pompejis und verbindet aktuelle archäologische Erkenntnisse mit historischen Quellen. Im Zentrum stehen Aufstände, Unruhen und soziale Konflikte, die tief in der Stadtgesellschaft verankert sind. Archäologen und Historiker analysieren die verborgenen sozialen Strukturen Pompejis und zeigen, wie sich Kriminalität, Gewalt und Machtverschiebungen unter der scheinbar geordneten Oberfläche des römischen Alltags auswirken. Von den Nachwirkungen des Sklavenaufstandes unter Spartacus bis zu den Massenunruhen im Amphitheater von Pompeji im Jahr 59? nach Christus untersucht die Dokumentation, wie eine stark fragmentierte Gesellschaft versucht, Stabilität zu bewahren - und warum dieses Gleichgewicht dauerhaft gefährdet bleibt. Ein besonderer Fokus liegt auf neuen archäologischen Entdeckungen, die bislang wenig beachtete Lebensrealitäten sichtbar machen. Mit exklusivem Zugang zu zuvor gesperrten Arealen präsentieren Expertinnen und Experten spektakuläre Funde, darunter neu freigelegte Sklavenunterkünfte in einer Villa außerhalb der Stadtmauern. Ergänzt werden diese Befunde durch DNA-Analysen eines verstorbenen Freigelassenen, der sozialen Aufstieg bis in die Oberschicht erlangte - ein seltener, aber aufschlussreicher Ausnahmefall im sozialen Gefüge des antiken Pompeji. Die archäologischen Funde deuten darauf hin, dass Pompeji bereits lange vor dem Ausbruch des Vesuv im Jahr 79? nach Christus unter erheblichem gesellschaftlichem Druck steht. Wirtschaftliche Belastungen, tiefgreifende soziale Umbrüche und die schweren Erdbeben des 1. Jahrhunderts destabilisieren das urbane Gefüge nachhaltig. Archäologische Spuren von Unruhen, Alltagskriminalität und verstärkten Sicherheitsmaßnahmen in Privathäusern verdeutlichen, wie brüchig die soziale Ordnung ist - und wie wenig es braucht, um sie ins Wanken zu bringen. Die Dokumentation von ZDFinfo zeigt das antike Pompeji als eine Stadt großer sozialer Gegensätze. Die Ungleichheit schürt Spannungen und Gewalt - und der äußere Glanz kann diese Konflikte kaum verbergen.
Ägyptens Bestattungsrituale geben bis heute Rätsel auf. Besonders die Mumien. Wer waren die Verstorbenen? Warum wurden sie mumifiziert - und mit welchen Rezepturen? Modernste Technologie soll Antworten liefern: CT-Scans, Analysen und Detektivarbeit im Labor. Interdisziplinäre Teams aus Radiologen, Archäologen und Ägyptologen begeben sich gemeinsam auf Spurensuche. Im Jahr 2019 wird in der Nekropole Sakkara das über 4000 Jahre alte Grab des hohen Würdenträgers Chuwi aus der fünften Dynastie entdeckt. Ein Fund von historischer Tragweite. In der Grabkammer findet ein Team von Archäologen leuchtend farbige Wandmalereien, die die Jahrtausende nahezu unversehrt überdauert haben. Von der Mumie selbst sind nur noch wenige Überreste erhalten, denn das Grab wurde schon vor langer Zeit geplündert. Die Entdeckung liefert einen entscheidenden Beweis: Die Kunst der Mumifizierung war nicht allein den Pharaonen vorbehalten. Doch wie gingen die Priester und Balsamierer vor? Jüngste Analysen enthüllen eine hoch entwickelte Technik: Kostbare Leinentücher, seltene Harze und wertvolle Salben wurden verwendet. Mithilfe modernster medizinischer Scanner und experimenteller Archäologie rekonstruieren Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen die einzelnen Schritte des 70 Tage dauernden Einbalsamierungsprozesses. Mit jedem neuen Mumienfund wächst das Wissen um die geheimnisvollen Rituale der alten Ägypter. Mumien faszinieren bis heute: Sie eröffnen der Wissenschaft wertvolle Einblicke in Leben, Alltag und Glauben der Menschen im alten Ägypten. Moderne Technik lässt jahrtausendealte Geschichte lebendig werden.
2016 sorgt ein Sensationsfund in Sakkara für Aufsehen: In 13 Metern Tiefe entdecken Archäologen eine Mumifizierungswerkstatt. Kann der Fund mehr über die Praxis der Balsamierung verraten? Die Mumifizierung mit Salben und Tinkturen sollte den Verstorbenen das Weiterleben im Jenseits sichern. Grabbeigaben und kunstvolle Malereien auf Sarkophagen und in den Grabkammern sollten sie schützen auf der Reise ins Reich des Gottes Osiris. Für die alten Ägypter war die Mumifizierung mehr als ein technischer Vorgang - sie war ein spirituelles Ritual. Heute ermöglicht modernste Technik einen nie da gewesenen Blick hinter die Kulissen der jahrtausendealten Praxis. In der freigelegten Balsamierungswerkstatt finden Archäologen zahlreiche Tongefäße - die meisten leer. Doch mithilfe chromatographischer Analysen können winzige Rückstände der Substanzen identifiziert werden. Die Ergebnisse sind verblüffend: Viele der verwendeten Mittel mussten von weither nach Ägypten importiert werden. Es muss ein weit verzweigtes Handelsnetz gegeben haben, das nicht nur den gesamten Mittelmeerraum umfasste, sondern sogar bis nach Südostasien reichte. Ein weiterer Meilenstein: Ein CT-Scanner mit photonenzählenden Detektoren erlaubt erstmals, Objekte im Inneren einer Mumie sichtbar zu machen - und sogar Hieroglyphen darauf zu entziffern. Die Mumie selbst bleibt dabei unversehrt. Mumien faszinieren bis heute: Sie eröffnen der Wissenschaft wertvolle Einblicke in Leben, Alltag und Glauben der Menschen im alten Ägypten. Moderne Technik lässt jahrtausendealte Geschichte lebendig werden.
Die Faszination für das alte Ägypten lebt weiter. Bahnbrechende Entdeckungen und modernste Technik eröffnen der Forschung neue Perspektiven und liefern überraschende Erkenntnisse. Als Forscher in Kairo die Mumien der Pharaonen per CT-Scan durchleuchten, stoßen sie auf eine sensationelle Entdeckung: Die Bilder verraten die Todesursache von König Ramses III. Damit lösen sie ein jahrtausendealtes Rätsel um den Tod des mächtigen Herrschers. Der Wunsch nach Unsterblichkeit und nach Leben jenseits des Todes prägt die Kultur des alten Ägypten. Um den vertrauten Lebensstandard auch im Jenseits zu bewahren, halten die Ägypter ihren Besitz und ihre Gewohnheiten detailreich auf Wandmalereien ihrer Grabkammern fest - begleitet vom Namen des Verstorbenen, der so oft wie möglich verewigt wird. Für Ägyptologen und Ägyptologinnen bedeutet die Entzifferung dieser Hieroglyphen bis heute eine gewaltige Herausforderung. Doch nicht nur Menschen wurden mumifiziert. In der Totenstadt Sakkara fanden Forschende zahllose Tiermumien. Haustiere, die ihre Besitzer ins Totenreich begleiten sollten. Und heilige Tiere, die als Symbole göttlicher Macht galten. Ein exotisches Exemplar bewahrt das Kunstmuseum im französischen Aix-en-Provence auf: einen mumifizierten Waran. Die Faszination für das alte Ägypten erfasste in vergangenen Jahrhunderten auch Europa. Immer wieder kam es zu Wellen der "Ägyptomanie", die Raubplünderungen und den skrupellosen Handel mit Artefakten nach sich zogen. Reisende nahmen Souvenirs mit - auch Mumienteile. Heute steht eine Frage im Vordergrund: Wie lässt sich die Vergangenheit erforschen und zugleich ein ethisch verantwortungsvoller Umgang mit menschlichen Überresten in Museen gewährleisten? Mumien faszinieren bis heute: Sie eröffnen der Wissenschaft wertvolle Einblicke in Leben, Alltag und Glauben der Menschen im alten Ägypten. Moderne Technik lässt jahrtausendealte Geschichte lebendig werden.
Pyramiden zählen zu den ältesten Bauwerken der Menschheit. Die geometrische Form findet sich in vielen Kulturen weltweit. Harald Lesch erkundet die Geheimnisse hinter den Monumentalbauten. Weder die meisten noch die größten Pyramiden stehen in Ägypten. Allein in der peruanischen Region Lambayeque erheben sich 260 dieser ungewöhnlichen Bauten. Anders als in Ägypten dienten sie nicht ausschließlich als Gräber der Herrscher, sondern als Palasttempel. Im Westen von Kairo erhebt sich das einzige noch erhaltene Weltwunder der Antike, die Cheopspyramide. Sie und ihre etwas kleineren Nachbarn zählen zu den bekanntesten Bauwerken der Welt. Seit Jahrtausenden ziehen die monumentalen Grabbauten der Pharaonen die Menschen in ihren Bann. Aber die faszinierende geometrische Form ist kein ägyptisches Monopol. Auch der Kaiser im fernen China wählte sie für sein Grabmal - und baute dafür ganze Landschaften um. Pyramiden gibt es rund um die Welt. Von den Maya in Mittelamerika bis in den heutigen Iran. Angeblich soll es sogar in Bosnien 30.000 Jahre alte Pyramiden geben. Wieso findet sich diese Form fast überall - bei sowohl zeitlich als auch räumlich weit entfernten Kulturen, die nichts voneinander wissen konnten? Forschende weltweit fanden heraus, dass jede Kultur ihren eigenen Verwendungszweck für die Pyramide hatte - die Bandbreite reicht vom Grabmal zum Tempel, vom Multifunktionsbau zur Sternwarte bis hin zur blutigen Opferstätte. In Nordperu erheben sich die gigantischen Goldpyramiden von Sicán. Aus Millionen von Lehmziegeln errichtet, war ihr Bau eine enorme Gemeinschaftsleistung, vergleichbar mit den Arbeiten an den Pyramiden am Nil. Archäologen gehen davon aus, dass die Lehmziegel-Megabauten nicht nur für religiöse Zeremonien und als Grabstätte der Herrscher dienten. In der Blütezeit der Kultur nutzten die Herrschaftseliten die Pyramiden als repräsentative Wohngebäude. Und in Krisenzeiten waren sie wohl auch Schauplatz von Menschenopfern. Der erste Kaiser von China, Qin, ließ eine riesige Landschaft zu seiner Grabpyramide umformen. Chinesische Archäologen haben sie bisher nur zum Teil ausgegraben, denn angeblich droht im Inneren eine tödliche Gefahr. Flüsse aus Quecksilber sollen das Innere der Pyramide schützen, so steht es in alten Berichten. Und tatsächlich haben Forscher eine erhöhte Quecksilberkonzentration im Umfeld der Grabpyramide gemessen. Berühmt wurde das Grab bereits vor Jahrzehnten durch die Entdeckung der Terrakotta-Armee. Sie ist eine der wenigen ausgegrabenen Grabbeigaben auf dem riesigen Areal von 56 Quadratkilometern rund um die Pyramide. Welche unermesslichen Schätze mögen Kaiser Qin mit ins Grab gegeben worden sein und dort noch unberührt schlummern? In Mexiko und Guatemala bescheren neue Technologien den Maya-Forschern sensationelle Entdeckungen. Mit dem LiDAR-Scan-Verfahren lässt sich der Dschungel digital entlauben, und es zeigt, was der Boden unter dem Blätterdach verbirgt. Zigtausende bisher unbekannte Bauwerke, darunter etliche Pyramiden, wurden so enthüllt und geben Hinweise darauf, warum das große Maya-Reich kollabierte. In Bosnien stehen die zurzeit wohl umstrittensten "Pyramiden". Geologen sehen in einem pyramidenförmigen Berg nur eine Laune der Natur, andere ein 30.000 Jahre altes Bauwerk. Für viele Esoteriker ist die bosnische Sonnenpyramide mittlerweile zu einem Pilgerort geworden. Sie sind davon überzeugt, dass an dem Berg kosmische Energien wirken. Harald Lesch sortiert die Argumente, die für oder gegen ein uraltes Bauwerk sprechen. Diese und weitere rätselhafte Bauten stellt Harald Lesch in der neuen Folge "Terra X - Ungelöste Fälle der Archäologie: Pyramiden" vor.
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Um 965 stellt der dänische König Harald Gormsson, besser bekannt als Harald Blauzahn, die Weichen neu. Mit seiner Hinwendung zum Christentum verändert er das Machtgefüge Skandinaviens. Ganz freiwillig schwört König Harald den nordischen Göttern jedoch nicht ab: Im Süden seines Reichs baut der ostfränkische König Otto I. seine Macht beständig aus und wartet nur auf einen passenden Vorwand, um die heidnischen Nordmänner anzugreifen. Nach Haralds Hinwendung zum Christentum erlebt das Wikinger-Königreich eine Zeit der Blüte. Harald gelingt es, die rivalisierenden Kleinkönige, Fürsten und Häuptlinge unter einem Dach zu vereinen und die königliche Zentralgewalt entscheidend zu stärken. Er weitet seinen Machtbereich sukzessive aus und regiert schließlich von Jütland bis nach Schonen sowie über große Teile Norwegens. Durch die Hochzeit mit der Tochter des elbslawischen Abodritenfürsten Mistiwoi sichert er seine Macht zudem nach Südosten hin ab. Auf dem berühmten Runenstein von Jelling, der "Taufurkunde Dänemarks", hält Harald seine epochalen Errungenschaften fest. Er rühmt sich, "ganz Dänemark und Norwegen gewonnen zu haben", und schmückt sich als erster nordischer Herrscher mit dem Abbild Jesu Christi. Das neue Selbstbewusstsein des Wikingerkönigs zeigt sich auch in seiner regen Bautätigkeit in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts: Harald baut die königliche Anlage von Jelling massiv aus und errichtet zwei monumentale Grabhügel. Zudem lässt er Kirchen bauen und Silbermünzen prägen, die er im ganzen Land verteilt. Für Archäologen und Mediävisten sind Harald Blausteins physische Hinterlassenschaften ein echter Glücksfall. Sie erlauben es den Forschenden, den dynamischen Übergang von einer heidnischen zu einer christlichen Gesellschaft im Detail zu rekonstruieren und unseren Blick auf die frühmittelalterlichen Wikingergesellschaften neu zu justieren. Expansion, Machtkämpfe, Eroberungen: Die Dokumentationsreihe "Vikings - Legendäre Könige" zeigt den Aufstieg der Wikinger und ihren Einfluss auf Europas Geschichte.
Nach seiner Taufe führt König Harald Blauzahn Dänemark zu neuer Blüte. Doch der Frieden trügt. Denn entmachtete Stammesfürsten warten auf eine Gelegenheit, ihn zu stürzen. Haralds größter Gegner ist sein Sohn Sven Gabelbart: ehrgeizig, populär und auf Seiten der heidnischen Fürsten. Nach dem Tod Kaiser Ottos? II. wittert Sven seine Chance - und greift in Dänemark nach der Macht. Es kommt zum Verrat am eigenen Vater. Es ist das Jahr 987 oder 988 nach Christus. In Dänemark wächst der Widerstand gegen den legendären König Harald Blauzahn. Vor allem die mächtigen Stammesfürsten grollen - wegen hoher Abgaben, kostspieliger Bauprojekte und der fortschreitenden Christianisierung des Landes. Offiziell gilt Dänemark zwar als christlich, doch hinter verschlossenen Türen verehren viele noch immer die alten Götter Thor und Odin. Archäologische Funde belegen, wie pragmatisch viele von Haralds Untertanen mit dem neuen Glauben umgingen. So haben Forschende in Trendgården eine Gussform entdeckt, die es dem Schmied ermöglichte, sowohl Kreuze als auch den Thorhammer in ein und derselben Form herzustellen - der Kunde ist König. Für Harald ist die Christianisierung Dänemarks nicht nur ein religiöses Projekt, sondern auch ein machtpolitisches Programm. Als christlicher Herrscher präsentiert er sich als von Gott eingesetzter König und schwächt so die religiöse und politische Stellung der bisherigen Stammesfürsten. Mit großen Bauprojekten im ganzen Land demonstriert er seine Macht - darunter Ringburgen wie Fyrkat, die zu den eindrucksvollsten Anlagen Skandinaviens zählen und heute Teil des UNESCO-Welterbes sind. Er prägt die Landschaft Dänemarks sichtbar um und macht gleichzeitig die lokalen Häuptlinge im Vergleich zu seiner Herrschaft klein. Nach dem Tod Ottos des Großen im Jahr 973 versucht Harald, den Einfluss des römisch-deutschen Reiches abzuschütteln, und gerät in militärische Auseinandersetzungen mit dessen Nachfolger Otto II. Dessen Gegenmaßnahmen und die folgenden Konflikte schwächen Harald und sein Reich spürbar. Der Blutzoll für sein Volk ist hoch, und die Grundlage von Haralds Herrschaft erodiert. In dieser Situation lösen sich Verbündete wie der norwegische Herrscher Haakon Sigurdsson aus der dänischen Oberhoheit. In Dänemark selbst kommt es zu Umbrüchen, Umbauten und Zerstörungen an königlichen Anlagen, und Haralds Sohn Sven wendet sich gegen seinen Vater und setzt sich schließlich an seine Stelle. Expansion, Machtkämpfe, Eroberungen: Die Dokumentationsreihe "Vikings - Legendäre Könige" zeigt den Aufstieg der Wikinger und ihren Einfluss auf Europas Geschichte.
Nachdem Sven Gabelbart seinen Vater Harald Blauzahn entmachtet hat, stabilisiert er seine Herrschaft in Dänemark. Doch sein eigentliches Ziel liegt jenseits der Nordsee: der englische Thron. Schon in den 990er-Jahren greift Sven gezielt in englische Machtkämpfe ein. Als der englische König "Äthelred der Unberatene" ein Massaker an Dänen anordnet, sinnt Sven Gabelbart auf Rache: Er reagiert mit einer Invasion und erobert England. Die dänische Eroberung Englands ist ungewöhnlich gut dokumentiert. Eine der wichtigsten Quellen ist das "Encomium Emmae Reginae", ein lateinisches Auftragswerk aus dem 11. Jahrhundert. Das Manuskript, heute in der British Library, schildert den Aufstieg des Wikingerherrschers detailliert und bildet eine zentrale Grundlage der Forschung. Objektiv ist diese Quelle jedoch nicht. Denn die Auftraggeberin, Emma von der Normandie, ist gleich mit zwei involvierten Monarchen verheiratet gewesen: Zunächst heiratet sie den englischen König Äthelred der Unberatene. Nach dessen Tod ehelicht sie Knut den Großen, einen Sohn des dänischen Herrschers Sven Gabelbart und späterer König von England. Emma von der Normandie zeigt, wie aus den dänischen Plünderern erst Eroberer und schließlich Könige von England werden, die das politische Gleichgewicht in Nordeuropa maßgeblich beeinflussen. Als auch Emmas zweiter Ehemann Knut stirbt, nutzt Emma ihren Einfluss, um die Zukunft Englands in ihrem Sinne zu beeinflussen. Expansion, Machtkämpfe, Eroberungen: Die Dokumentationsreihe "Vikings - Legendäre Könige" zeigt den Aufstieg der Wikinger und ihren Einfluss auf Europas Geschichte.
Als Sven Gabelbart stirbt, wird sein Sohn Knut zu dessen Nachfolger in England. Doch dann fällt die Krone zurück an "Äthelred der Unberatene". Knut weicht nach Dänemark aus. 1015 segelt König Knut von Dänemark mit einer großen Flotte nach England. Nach harten Kämpfen gegen die angelsächsischen Herrscher erzwingt er einen Frieden mit Edmund II. Die beiden teilen das Königreich England untereinander auf. Nach der Entscheidungsschlacht von Assandun behält Edmund II. die Kontrolle über Wessex im Süden Englands, während Knut die Herrschaft über die nördlichen Landesteile übernimmt. Die Teilung des englischen Königreichs ist jedoch nur von kurzer Dauer. Bereits im November 1016 stirbt Edmund II., nur wenige Monate nach seiner Thronbesteigung im April desselben Jahres. Knut der Große hat endlich sein Ziel erreicht: Er wird alleiniger Herrscher über ganz England. Die Ereignisse rund um die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Dänen und Engländern sowie die anschließende Machtübernahme durch Knut sind in der Chronik "Encomium Emmae Reginae" aus dem 11. Jahrhundert ausführlich beschrieben. Für die Forschung sind sie von unschätzbarem Wert. Auffallend ist jedoch, dass sie die dänischen Herrscher durchweg positiv darstellen, während der britische König Edmund II. eher schlecht wegkommt. Der Grund ist einfach: Die Auftraggeberin des Manuskripts ist keine Geringere als Königin Emma von der Normandie, die nach ihrer Hochzeit mit König Äthelred den dänischen Herrscher Knut der Große heiratet. Die Auftragsschrift zielt darauf ab, das Image ihrer Familie positiv darzustellen. Historiker bewerten es daher heute als ein "propagandistisches Werk" zugunsten der dänischen Könige in England. Ebenso bemerkenswert ist, was die Chronik nicht erwähnt. Dazu gehört etwa das sogenannte St.-Brice's-Day-Massaker von 1002, das unter Äthelred II. gegen die dänische Bevölkerung verübt wurde. Ebenso werden Niederlagen, Zerstörungen und Gewalt im Zusammenhang mit Knut dem Großen entweder abgeschwächt dargestellt oder ganz ausgeblendet. Expansion, Machtkämpfe, Eroberungen: Die Dokumentationsreihe "Vikings - Legendäre Könige" zeigt den Aufstieg der Wikinger und ihren Einfluss auf Europas Geschichte.
Als Knuts älterer Bruder Harald II. stirbt, gerät der dänische Thron in Gefahr. Knut, der inzwischen König von England ist, reist in sein Geburtsland zurück, um die Krone zu sichern. Dort erobert er Norwegen und wird Herrscher über ein mächtiges Nordseereich - das größte christlich geprägte Wikingerreich der Geschichte. Er hat mehr erreicht als jeder Jelling-Herrscher vor ihm. Bedeutenden Anteil daran hat seine Frau, Emma von der Normandie. Um seine Macht zu festigen, beruft Knut im Jahr 1018 eine große Versammlung in Oxford ein. Dort ordnet er die politischen Verhältnisse seines neuen Reiches. Er setzt Abgaben und Steuern fest, reduziert die Wikingerflotte und erlässt eine neue Rechtsordnung. Auch entlässt er einen Teil seiner Krieger - ein deutliches Signal, dass er nicht der Eroberer bleiben, sondern als König regieren will. Eine wichtige Rolle bei dieser politischen Annäherung spielt seine Ehefrau, Emma von der Normandie. Emma, die zuvor mit Äthelred II. verheiratet gewesen ist, verfügt über enge Verbindungen zu Adel und Kirche. Ihre Stellung verleiht Knuts Herrschaft zusätzliche Legitimität und Kontinuität. Wie sehr diese Politik auf Ausgleich und königliche Großzügigkeit zielte, betont das "Encomium Emmae Reginae", eine Chronik, die Emma bei einem Mönch in Flandern in Auftrag gibt. Das Werk zeichnet das Bild eines erfolgreichen und weisen Herrschers, der durch Klugheit, Freigebigkeit und politische Umsicht überzeugt - während sie seine Missetaten verschweigt. Mit der Geburt ihres Sohnes Hartheknut sichert Emma schließlich auch die dynastische Zukunft - zumindest vorläufig. Expansion, Machtkämpfe, Eroberungen: Die Dokumentationsreihe "Vikings - Legendäre Könige" zeigt den Aufstieg der Wikinger und ihren Einfluss auf Europas Geschichte.
Als Knut der Große 1035 stirbt, entbrennt ein Erbstreit. Sowohl seine Frau Emma als auch seine frühere Partnerin Älfgifu wollen ihre Söhne auf den Thron bringen. Die Macht soll geteilt werden: Älfgifus Sohn Harald erhält die Gebiete nördlich der Themse. Emmas Sohn Hartheknut soll südlich des Flusses regieren. Da Hartheknut in Dänemark ist, kann er nicht verhindern, dass sich sein Stiefbruder Harald ganz England einverleibt. Emma muss handeln. Sie streut Gerüchte, dass Haralds Mutter in Wahrheit nicht Älfgifu sei, sondern eine Dienerin. Zusätzlich kontaktiert sie ihre beiden Söhne in der Normandie, Edward und Alfred Ätheling, die aus erster Ehe mit König Äthelred stammen. Auch sie sind waschechte Prinzen und haben als solche einen Anspruch auf den Thron. Doch der Schachzug ist riskant. Edward und Alfred nehmen das Risiko dennoch auf sich. Sie sind Prinzen im Exil und warten nur auf eine Gelegenheit, die Macht zu ergreifen. 1036 setzen sie nach England über. Während Edward den Versuch vorzeitig abbricht, erreicht Alfred die Küste von Dover. Er will sich auf den Weg zu seiner Mutter machen, gerät jedoch in Gefangenschaft, wird geblendet und stirbt. Emma bleibt allein zurück. Hartheknut ist in Dänemark gebunden und kann ihr nicht zu Hilfe kommen. Sie sieht also keinen anderen Ausweg, als ins Exil nach Flandern zu gehen und dort ihre Rache vorzubereiten. Schon bald nehmen ihre Pläne Gestalt an. Hartheknut macht sich mit einer Armada auf den Weg nach England, um für seine Mutter die englische Krone zurückzugewinnen. Doch das Schicksal nimmt ihm die Arbeit ab: Harald I. stirbt, gerade einmal 24-jährig, noch bevor Hartheknuts Schiffe England erreichen. Hartheknut wird König von England, und Emma, die zweifache Queen, wird Königinmutter. Ihr Glück ist jedoch nicht von langer Dauer. Expansion, Machtkämpfe, Eroberungen: Die Dokumentationsreihe "Vikings - Legendäre Könige" zeigt den Aufstieg der Wikinger und ihren Einfluss auf Europas Geschichte.
Der "Terra X"-Dreiteiler "Ein Tag in ..." ist eine ebenso ungewöhnliche wie spannende Zeitreise in den Alltag vergangener Epochen. Diese Folge führt ins mittelalterliche Frankfurt am Main. Das Leben von Kaisern und Königen ist umfassend erforscht und dokumentiert. Der Alltag von ganz normalen Menschen hingegen ist wenig bekannt, steckt aber voller Überraschungen und eröffnet einen neuen, verblüffenden Blick auf unsere Geschichte. Diese Folge der "Terra X"-Reihe "Ein Tag in ..." zeigt, wie es gewesen wäre, im mittelalterlichen Frankfurt am Main zu leben. Der Film erzählt einen Tag im Leben des Wundarztes Jakob Althaus im Jahr 1454. Er beginnt mit einem frühmorgendlichen Notfall und endet mit einem nächtlichen Kneipenbesuch. Jakobs Geschichte ist erfunden, und dennoch ist sie wahr, recherchiert und verdichtet aus historischen Biografien und spektakulären Erkenntnissen der Forschung. Während das Heilige Römische Reich Deutscher Nation als zersplittertes Sammelsurium souveräner Territorien politisch im Mittelalter steckt, schlägt in Frankfurt bereits der Puls der neuen Zeit. Der Tuchhandel und die Messe haben die Stadt zum "Kaufhaus der Deutschen" gemacht, in dem Waren und Wissen aus aller Welt gehandelt werden. Ein gewisser Johannes Gutenberg stellt die technische Revolution der Zeit, den Buchdruck mit beweglichen Lettern, auch in Frankfurt vor. Als bedeutender Steuerzahler ist die freie Reichsstadt nur dem Kaiser untertan. Die Könige lassen sich in Frankfurt am Main wählen und später, wie die Kaiser auch, krönen. Aber die Forscher haben auch herausgefunden, wie weit Frankfurt im Alltag von den Standards einer modernen Stadt entfernt ist. Das tägliche Leben folgt damals dem mittelalterlichen Weltbild einer unantastbaren göttlichen Ordnung der Dinge. Erlasse, berufsständische Regelwerke der Zünfte und Benimmbücher regeln pedantisch den Alltag. Von der Körperhygiene - Ärzte wie Jakob haben sich in jedem Fall aus Gründen der Höflichkeit die Hände zu waschen - bis zum Umgang mit der knöchelhoch stehenden Kloake auf den Straßen. Hat der angesammelte Unrat eine gewisse Höhe erreicht, wird einfach neues Pflaster verlegt. Auf Jakobs Weg zu seinen Patienten erlebt der Zuschauer die beengten Lebensbedingungen in der Stadt. Trickreich bauen die Frankfurter sogar Häuser auf Stelzen, um Wohnraum zu schaffen, ohne wichtige Wege zu verlieren - die ersten Fußgängerpassagen entstehen. Großfamilien samt Tieren und Handwerksgesellen leben auf engstem Raum, praktisch ohne Licht, denn die Fenster werden klein gehalten, damit die Wohnungen nicht auskühlen. Und trotzdem: Die Menschen frieren so sehr, dass das Nutzvieh im Erdgeschoss als tierische Fußbodenheizung dienen muss. Wegen der Dunkelheit sind Unfälle im Haushalt an der Tagesordnung - eine typische Verletzungsursache in der mittelalterlichen Stadt, wie Forscher der Universität von Odense in Dänemark entdeckt haben. Dort befindet sich die größte Sammlung mittelalterlicher Knochen in Europa. Die Funde zeigen aber auch: Die Wundärzte des Mittelalters operieren bereits komplizierte Verletzungen erstaunlich erfolgreich. Wundärzte wie Jakob, der wie die meisten seiner Kollegen seine Lehrjahre auf den Schlachtfeldern Europas verbracht hat, beherrschen sogar Eingriffe am offenen Schädel. Nicht nur das: Ein Forscherteam der Universität von Nottingham entdeckt in einem mittelalterlichen Rezeptbuch die Beschreibung für eine Salbe, die sich in ersten Tests als hochwirksam gegen heutige multiresistente Keime erweist. Es ist ein Alltag voller Widersprüche, den Jakob auf seinem Weg durch die Stadt erlebt: die herzhafte Beschimpfungskultur des Mittelalters, die hohe Gewaltbereitschaft der Bürger in Ermangelung einer Polizei und das bizarr anmutende Bestrafungssystem der "Schandmasken". Gleichzeitig verändert der technische Fortschritt das Leben der Menschen und ihr Denken. Die mechanische Uhr definiert das Zeitverständnis und die Arbeitsbeziehungen neu. Und das kalte Wetter, das die "Kleine Eiszeit" nach Deutschland bringt, setzt den Erfindungsreichtum in Gang: Daunendecken, Glasfenster und Dämmung der Wände schützen seitdem gegen Kälte und Krankheiten im Alltag.