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ZDF Sa. 01.08.
Doku
Bilal Kir im Südblock, einem Veranstaltungsort in Kreuzberg. Hier trifft er Freunde und Weggefährten der Community. ZDF/Martin Langner
Am Kottbusser Tor ist Bilal Kir als Sohn türkischer Einwanderer aufgewachsen. ZDF/Martin Langner
Als Peer-Berater berät Bilal Kir Menschen mit Behinderung und Migrationserfahrung. ZDF/Martin Langner

einfach Mensch

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Bilal Kir: Ich passe in keine Schublade

  • D 2026
  • 15'
Menschen

Inhalt

Bilal Kir lebt seit seinem 15. Lebensjahr mit Multipler Sklerose. Der Berliner mit türkischen Wurzeln bewegt sich zwischen unterschiedlichen Lebenswelten und passt in keine Schublade. Aufgewachsen in Kreuzberg, berät Bilal Kir seit mehr als zwanzig Jahren Menschen mit Behinderung und Migrationsgeschichte. Zuhause lebt er mit seinem schwerbehinderten Pflegesohn Ali. Er organisiert mit mehreren Assistenzen einen ungewöhnlichen Familienalltag. Bilal Kir kennt das Gefühl, von anderen auf ein einziges Merkmal reduziert zu werden. "Für die einen bin ich der Türke und für die anderen bin ich der Behinderte", sagt er. Dabei prägen sein Leben viele verschiedene Erfahrungen gleichzeitig. Bilal Kir ist Berliner, Sohn türkischer Eltern, gläubiger Muslim, Peer-Berater, Pflegevater und lebt seit seinem 15. Lebensjahr mit Multipler Sklerose. Aufgewachsen ist Bilal Kir rund um das Kottbusser Tor in Berlin-Kreuzberg. Bis heute fühlt er sich dem Stadtteil verbunden. "Hier trifft sich die Community und ich habe noch viele Freunde und Verwandte", sagt er. Seinen persönlichen Erfahrungen hat er zum Beruf gemacht: Seit mehr als zwanzig Jahren berät er als Peer-Berater Menschen mit Behinderung und Migrationsgeschichte. "Ich komme aus der gleichen Kultur und weiß, welche Knöpfe ich wann drücken muss und welche nicht." Auch über schwierige Themen spricht der 46-jährige Berliner offen. Lange beschäftigte ihn die Frage, wo er dazugehört. "Ich hatte mehrere Identitätskrisen", erzählt er. In Teilen der muslimischen Community erlebt er bis heute Vorurteile gegenüber Menschen mit Behinderung. Manche Familien schämen sich aus Angst vor dem Urteil anderer. Bilal Kir hält dagegen. Für ihn sind Behinderung, Glaube, Herkunft und gesellschaftliche Teilhabe kein Widerspruch. So kam er auch zu seinem Pflegesohn Ali. Bilal Kir sollte ursprünglich dessen Familie beraten und verhindern, dass der schwerbehinderte Junge in einer Einrichtung untergebracht wird. Der Junge kann weder sprechen noch alleine essen und benötigt rund um die Uhr Unterstützung. Als sich keine Lösung fand, traf Bilal Kir eine ungewöhnliche Entscheidung. "Dann habe ich zu den Eltern gesagt: Wir finden eh nichts, dann nehme ich ihn auf." Seitdem lebt Ali bei ihm, unterstützt von wechselnden Assistenzen. Und vielleicht wird aus Pflegevater und Pflegesohn bald auch ganz offiziell Vater und Sohn. "Mein Plan für die Zukunft: Ich möchte Ali adoptieren", sagt Bilal Kir. Weitere Informationen sind zu finden unter www.einfachmensch.zdf.de. Die Sendereihe entsteht in Kooperation mit der "Aktion Mensch" und ist mit Untertitelung, Gebärdensprache und Audiodeskription verfügbar.

Sendungsinfos

Von: Andrea Schuler VPS: 01.08.2026 12:00, Untertitel, Hörfilm, Stereo
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